Ein Fang für die Familienplanung

Tierheim Eschwege sucht Unterstützer für Katzen-Kastrationsaktion

Falle fürs Überleben: Die Tierheimmitarbeiterinnen Liane Langguth (links) und Martina Fath zeigen, wie die Katzen-Box funktioniert. 
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Falle fürs Überleben: Die Tierheimmitarbeiterinnen Liane Langguth (links) und Martina Fath zeigen, wie die Katzen-Box funktioniert. 

Für eine Katzen-Kastrationsaktion sucht das Eschweger Tierheim Unterstützer.

Eschwege – Der grüne Metallkäfig ist einen Meter lang und die Falltür ist leicht zu bedienen. „Das Türchen hochmachen und die Stifte übereinander halten, dann ist die Falle scharf“, erklärt Gudrun Schmidt, Vorsitzende des Tierschutzvereins Eschwege. „Dann kommt etwas Katzenfutter an das Ende der Lebendfalle, und wenn die Katze auf das Pedal tritt, fällt die Klappe runter“, erklärt Schmidt und zeigt auf den Mechanismus.

Die kleinen und großen Fallen stehen das ganze Jahr über im Tierheim und warten auf freiwillige Helfer, die so die streunenden Katzen einfangen und ins Tierheim Eschwege bringen. Das war schon immer so, doch gerade im Moment sind Gudrun Schmidt und ihr Team mehr denn je auf die Hilfe Freiwilliger angewiesen.

Aktion stammt vom Landestierschutzverband

„Wir nehmen an der Aktion „Catch und Release“ des Landestierschutzverbandes Hessen teil, bei der möglichst viele streunende Katzen kastriert werden sollen“, erklärt Gudrun Schmidt.

Von März bis Mai übernimmt der Landesverband deshalb die Kosten für alle Tiere, die in dieser Zeit eingefangen und tierärztlich behandelt werden. „Das ist wichtig, weil vor allem auf den Dörfern hier im Kreis ein richtiges Elend herrscht“, sagt die Tierschützerin.

Werden die Tiere nicht kastriert, herrsche Inzucht und die Anfälligkeit für Krankheiten steige. Weil aber die Mitarbeiter des Tierheims schon alle Hände voll zu tun haben, brauchen sie die Hilfe der Menschen aus dem Werra-Meißner-Kreis. „Ich hoffe, dass sich viele an der Aktion beteiligen werden“, sagt Gudrun Schmidt.

Elf Katzen in zwei Wochen im Tierheim

Die Fallen stellt das Tierheim jedem zur Verfügung, der mithelfen möchte. Auch eine Einweisung zur Benutzung gibt es gleich mit. Wenn dann eine Katze in die Falle tappt, bringen die freiwilligen Helfer die Katze nach Absprache mit dem Tierheim entweder direkt zu den Tierschützern oder zu einem Tierarzt in der Nähe.

Findelkinder Ernie und Emma wurden in Abterode gefunden und wohnen jetzt in Zimmer 10 des Tierheimes.

„Nach dem Eingriff haben die Tiere eine Schonfrist und dann entscheiden wir, ob die Katzen und Kater im Tierheim auf ein neues Zuhause warten oder mit einem Chip ausgestattet wieder freigelassen werden.“, sagt Schmidt. „Wir schauen dann bei jedem Tier, ob es sich einlebt oder nicht. Denn wilde Katzen sperren wir hier nicht ein.“

Elf Katzen sind in den vergangenen zwei Wochen bereits im Tierheim ein- und vereinzelt auch wieder ausgezogen. Die Findelkinder kommen aus Altefeld, Wanfried, Niederdünzebach und Eschwege. Aus Erfahrung weiß Gudrun Schmidt, dass außerdem immer wieder kastrierte Katzen in Waldkappel aufgelesen werden. Warum das so ist, weiß sie nicht und auch wie viele Wildlinge während der Aktion behandelt werden, kann sie noch nicht sagen. Aber: 20 Boxen stehen schon für die kleinen Patienten bereit.

Interessierte können das Tierheim unter der Telefonnummer 0 56 51/1733 erreichen. (Kim Hornickel)

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