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Einblicke in am A44-Tunnel Alberberg bei Unhausen

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Von: Emily Spanel

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Schutzkleidung ist Pflicht: Bauleiter Moritz Bergmann (August Reiners, links) mit Dr. Stefan Franz, Projektleiter der Deges, und Tunnelpatin Magdalena Böckmann vor der imposanten Tunnelröhre Süd des Alberbergtunnels bei Unhausen.
Schutzkleidung ist Pflicht: Bauleiter Moritz Bergmann (August Reiners, links) mit Dr. Stefan Franz, Projektleiter der Deges, und Tunnelpatin Magdalena Böckmann vor der imposanten Tunnelröhre Süd des Alberbergtunnels bei Unhausen. © Emily Hartmann

Die Arbeit ist hoch gefährlich: Felsbrocken, die zuweilen umherfliegen, und mannshohe Gerätschaften. Tagelang höchste Konzentration – und Schutz von oben. Ein seltener Blick in den A 44-Tunnel Alberberg.

Unhausen – Tief drin im Berg ist es dunkel, Maschinen dröhnen, und in der Luft liegt noch schwach ein beißender Geruch. Mit Bohrmaschinen haben Arbeiter tiefe Löcher ins Gestein getrieben, anschließend Sprengstoff eingefüllt und das Ganze gezündet. Es dauert eine ganze Weile, bis sich der Staub gelegt hat und die Mineure, wie man die Tunnelbauer nennt, das herausgebrochene Gestein abtransportieren können. Anschließend wird die nächste Sprengung vorbereitet, das schwere Bohrgerät steht schon bereit.

Schritt für Schritt, Meter für Meter, geht es so voran tief drinnen im Berg, in der Nordröhre des künftigen A44-Tunnels Alberberg nahe des Herleshäuser Ortsteils Unhausen. „In dieser Woche werden die Vortriebsarbeiten auch in dieser Röhre abgeschlossen“, erläutert Bauleiter Moritz Bergmann vom ausführenden Bauunternehmen August Reiners. Restarbeiten stehen in der kommenden Woche noch an, etwa am Querschlag zwischen Nord- und Südröhre.

Höllenmaschinen: Mit einem Bohrgerät (links) werden Löcher ins Gestein gebohrt, in die Sprengstoff eingebracht wird. Sind nach den Sprengungen noch Nacharbeiten nötig, kommt die Maschine mit Stahlzähnen (rechts) ins Spiel.
Höllenmaschinen: Mit einem Bohrgerät (links) werden Löcher ins Gestein gebohrt, in die Sprengstoff eingebracht wird. Sind nach den Sprengungen noch Nacharbeiten nötig, kommt die Maschine mit Stahlzähnen (rechts) ins Spiel. © Emily Hartmann

Während man an der Seite des Bauleiters und Dr. Stefan Franz, Projektleiter der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges), immer tiefer in den Tunnel läuft, erklären die Spezialisten, worauf es ankommt beim Tunnelbau. Tonnen von Gestein werden ausgehoben und weggeschafft, das Grundwasser muss zurückgehalten und der Tunnel stabilisiert werden. „Die Herausforderung des Tunnels Alberberg ist die hoch aufwendige Logistik auf vergleichsweise geringer Fläche“, sagt Dr. Stefan Franz. Bis zu 70 Mann sind zeitgleich auf der Baustelle; dazu wird Material an- und abgefahren, der Einsatz von haushohen Maschinen koordiniert. Eine Mammutaufgabe.

Szenenwechsel Südröhre: Hier ist der Fortgang der Arbeiten schon viel weiter fortgeschritten. „Am 11.11.2021 um 11 Uhr war Vortriebsbeginn, am 22.2.2022 wurde die Röhre durchgeschlagen“, erinnert sich Dr. Stefan Franz.

Der Boden ist hier noch uneben, die rundlichen Wände hingegen sind teils schon ausgekleidet. Bis vor Kurzem hat eine gelenkige Maschine mit einer Düse am Teleskoparm Beton an die Wände gespritzt, das Material kam aus der eigenen Betonmischanlage am Eingang zum Tunnel. Man kann sich schon vorstellen, wie hier künftig Autos fahren, auf zwei Spuren in jede Richtung.

Im Sommer 2021 haben die Arbeiten an dem rund 500 Meter langen, zweiröhrigen Tunnel begonnen; wohl im Jahr 2024 soll er laut der Bauleitung fertiggestellt sein. August Reiners übernimmt den Rohbau; ein auf Tunnelausstattung spezialisiertes Unternehmen kümmert sich im Anschluss um Beleuchtung, Beschilderung etc.

Dann unterquert der Alberbergtunnel die Bundesstraße 400 im Bereich der Anhöhe im Anschluss von Unhausen in Richtung Ulfen.

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