Dreiköpfige Stammbesetzung

Nuklearer Katastrophenschutz für  Kreis hat Sitz in Wichmannshausen

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Spezialeinsatz: Tristan Sennhenn (links) und Wehrführer Rene Jakob gehören zur dreiköpfigen Stammbesatzung des Strahlenschutzfahrzeugs, das bei der Feuerwehr im Sontraer Stadtteil Wichmannshausen stationiert ist. Foto: Sagawe

Sontra. „Strahlenschutz", sagt Stadtbrandinspektor André Bernhardt, „ist eines der anspruchsvollsten Einsatzgebiete der Feuerwehren." Im Sontraer Stadtteil Wichmannshausen ist der kreisweit einzige „Gerätewagen Strahlenspürtrupp", wie das Fahrzeug im Amtsdeutsch heißt, stationiert.

Das Fahrzeug ist mit umfangreicher Messtechnik ausgerüstet. Wehrführer Rene Jakob, Tristan Sennhenn und Olaf Werner sind die dreiköpfige Stammbesatzung. Im zweiwöchigen Vollzeitlehrgang bekamen die Spezialisten die Grundlagen des Gefahrenguteinsatzes vermittelt, anschließend fand die Strahlenschutz-Spezialausbildung statt. Die Männer um Wehrführer Jakob sind für den nuklearen Störfall ebenso gerüstet wie für biologische und Chemie-Unfälle. Wann immer der Gefahrgutzug angefordert wird, sind sie mit dem Spezialfahrzeug dabei. Vor Ort gehen zwei Einsatzkräfte in Vollschutzkleidung mit mobiler Messtechnik in die mögliche Gefahrenzone.

Die festgestellten Werte werden per Funksignal an das Fahrzeug übermittelt und dort sofort vom dritten Mann im Team ausgewertet. Neben Notfalleinsätzen gehört eine ganze Reihe von Routineaufgaben zum Programm. Zweimal im Jahr findet die sogenannte Nullratenmessung statt. Jakob, Sennhenn und Werner fahren acht festgelegte und auf den gesamten Werra-Meißner-Kreis verteilte Punkte an.

Gemessen wird radioaktive Strahlung mit dem Ziel, Abweichungen von den natürlichen Werten früh zu erkennen. Einmal im Jahr werden alle hessischen Strahlenspürtrupps - in jedem Landkreis gibt es ein solches Fahrzeug - zu einer zentralen Übung zusammengezogen. In vierwöchigen Abständen muss das gesamte Equipment auf Funktionstüchtigkeit überprüft werden.

„Das ist schon eine Belastung“, sagt Stadtbrandinspektor Bernhardt. „Gerade für die Aufgaben im Strahlenschutz sind ganz schwierig Leute zu finden.“ Der Aufbau dieser Abteilungen geht zurück auf die Erfahrungen mit radioaktiver Belastung nach der Nuklearkatastrophe Ende April 1986 in Tschernobyl.

Mit wachsendem Verkehrsaufkommen und zusätzlichen Gefahrguttransporten nach Fertigstellung der Autobahn 44 rechnen auch die Sontraer Feuerwehren mit zusätzlichen Einsätzen ihrer Spezialabteilung.

Von Harald Sagawe

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