Berufliche Schulen beenden Modellprojekt Selbstverantwortung plus mit Bravour

Eine der Besten in Hessen

Witzenhausen. Die Beruflichen Schulen Witzenhausen haben die Teilnahme an einem Mitte 2005 gestarteten hessenweiten Modellprojekt, durch das ihnen mehr Selbstverantwortung übertragen wurde, mit Bravour beendet.

Die Lehreinrichtung, eine von 17 beteiligten, schnitt zusammen mit einer Berufsschule in Limburg bei der abschließenden Analyse und Bewertung der Entwicklung besonders gut ab.

Mit dieser Auszeichnung verbunden ist die Genehmigung, sich gleich nach dem Schweizer Modell Q2E zertifizieren zu lassen. Das wolle man bereits bis zu den Sommerferien erledigen, kündigte Schulleiter Bernd Funk beim Besuch von SPD-Landtagsabgeordnetem Lothar Quanz an.

Der hatte sich von den Führungskräften und dem Vorsitzenden des Personalrats darüber informieren lassen, wie sie die Teilnahme an dem Modellversuch „Selbstverantwortung plus“ bewerten.

Eine zusätzliche Fachkraft, die sich um Personalfragen, das Verwalten von Haushalt und Budget sowie die Datenpflege kümmert, sei beispielsweise ebenso als angenehm empfunden worden wie der intensive Erfahrungsaustausch mit den anderen 16 beteiligten Beruflichen Schulen. Am 1. März übrigens findet das nächste Treffen in Witzenhausen statt.

Ein weiterer erfreulicher Aspekt, den Bernd Funk erwähnte: jetzt habe man vier neue Lehrkräfte eingestellt, natürlich auch eigenverantwortlich.

Fiel denn während der Versuchsphase mehr Arbeitszeit für die Lehrer an? Ja, antwortete Funk, aber die habe man gern auf sich genommen, da man endlich so arbeiten konnte, „wie wir uns das immer gewünscht haben“. Möglich wurde, dass die Lehrer ihren Unterricht eigenverantwortlich weiterentwickeln und verbessern konnten. Selbst gestaltendes Lernen sei zum Prinzip für die Schüler geworden. Dabei werde nicht mehr das Wissen eingetrichtert, sondern die Schüler befähigt, sich die Informationen selbst zu beschaffen.

Die Belastung für die Lehrkräfte sei aber auch stärker geworden, gab Personalratsvorsitzender Peter Ullrich zu Bedenken. Das Klima im Kollegium sei jedenfalls gut gewesen, war einhellige Meinung. Und quasi als Beweis dafür führte der Schulleiter an, dass von den 97 Lehrkräften gerade einmal zwei nicht dafür gestimmt hätten, nach dem Ende des Modellprojekts zukünftig als eine von 35 „Selbstverantwortlichen Beruflichen Schulen“ (SBS) in Hessen den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Insgesamt gibt es in Hessen 106 Berufliche Schulen.

Nun als SBS weiterzumachen, wird von den Witzenhäuser Verantwortlichen zwar als Rückschritt empfunden, aber noch positiv gesehen. Stellvertretender Schulleiter Harald Wellnitz beschrieb es so: „Aus selbstständig wird wieder etwas selbstständiger, und das ist immer noch besser als unselbstständig.“ (sff)

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