Eine Marke für die Region:Burg Ludwigstein feierte 600-jähriges Jubiläum

Festakt auf Burg Ludwigstein: Mit einem Pfadfinderlied wurde die Feier zum 600-jährigen Jubiläum feierlich eröffnet. Foto: Neugebauer 

Burg Ludwigstein. - „Der Ludwigstein gehört zum Werra-Meißner-Kreis und prägt die Menschen in der Region", sagte der Staatssekretär im hessischen Ministerium für Soziales und Integration Dr. Wolfgang Dippel anlässlich des Jubiläumsfestaktes zum 600-jährigen Bestehen der Burg Ludwigstein.

Er gab einen kurzen Einblick in die Epochen als Amtssitz, Domänenverwaltung, der Zerfallszeit und der Wiederbelebung der Burg und machte deutlich, dass der Ort seit jeher ein Ort der Auseinandersetzung, der Diskussion und des Austausches war. Er hoffe, dass dies weitergelebt wird und von der Burg ein positiver Strahl ausgehe.

Der Leiter des Hessischen Landesarchivs, Dr. Andreas Hedwig, stellte heraus, dass das Jahr 2013 für die Burg sehr prägend war. „Es wurde nicht nur das 100-jährige Jubiläum der Jugendbünde auf der Burg gefeiert, sondern war auch ein Jahr der Auseinandersetzung und Konflikte um rechtsradikales Gedankengut auf der Burg“, sagte Hedwig. Für Landrat Stefan Reuß ist der Ludwigstein nicht nur die Wappenburg des Kreises und das Symbol von Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands, sondern stellt im Wesentlichen auch einen touristischen Anziehungspunkt und einen erheblichen Wirtschaftsfaktor für den Werra-Meißner-Kreis dar. Auf der Burg werden jährlich 100 000 Mahlzeiten zubereitet und 36 000 Übernachtungen gebucht. „Der Ludwigstein hat Bedeutung weit über unsere Kreisgrenzen hinaus“, stellte Reuß fest.

Konflikte der Grenzfeste

Die Leiterin des Archivs der deutschen Jugendbewegung auf dem Ludwigstein, Dr. Susanne Rappe-Weber, gab in ihrem Festvortrag einen Überblick über die Entwicklungen auf der Burg und berichtete detailliert über Konflikte der Grenzfeste zu anderen Herrschaftsbereichen und zur Landgrafschaft Hessen mit Sitz in Kassel. So berichtete Rappe-Weber auch über einen Briefwechsel der Landgrafschaft mit Barbara von Hülsing im Jahre 1552, wo die dörflichen Untertanen aus dem Umkreis der Burg zum Aufbau der Festung in Kassel abkommandiert werden sollten.

Professor Dr. Eckhart Conze von der Universität Marburg ließ die Zeit der Jugendbewegung auf der Burg seit deren Gründung, die Vereinnahmung der Burg durch das nationalistische Regime und der Wiederbelebung nach dem Krieg detailgetreu Revue passieren. Stephan Sommerfeld als Leiter der Jugendbildungsstätte setzte sich mit dem Bildungsauftrag und den Geschehnissen auf der Burg kritisch auseinander und möchte den Ludwigstein als vertrauenswürdige Marke etablieren. Zum Schluss kamen in einem Kurzfilm die Mitarbeiter der Burg Ludwigstein zu Wort, die ihre vielfältige Arbeit auf der Burg vorstellten und dem Ludwigstein als Institution zum Geburtstag gratulierten und ihr für die Zukunft alles Gute wünschten. (znb)

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