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Eine Wespenplage droht in diesem Sommer

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Von: Kerim Eskalen

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Hat die Größe eines Fußballs: Das Wespennest wird von der Königin Kranz für Kranz gebaut. 5000 bis 6000 Wespen kann ein einzelnes Nest beherbergen.
Hat die Größe eines Fußballs: Das Wespennest wird von der Königin Kranz für Kranz gebaut. 5000 bis 6000 Wespen kann ein einzelnes Nest beherbergen. © Stefan Patzak

Jeder kennt sie, sie gehören zum Sommer dazu und die meisten sind genervt von ihnen: die Wespen. Dabei könnte es ausgerechnet diesen Sommer zu einer Wespenplage kommen. Doch warum gibt es ausgerechnet dieses Jahr so viele von den gelb-schwarzen Insekten?

Werra-Meißner – Grund ist der Klimawandel, der auch auf die Insektenwelt starke Einflüsse hat. Das fällt auch Stefan Patzak, Schädlingsbekämpfer aus Eschwege, auf: „Im April und Mai fängt die Königin an, das Nest zu bauen“, erzählt Patzak. „Dieses Jahr sind die Wespen viel zahlreicher. Das liegt vor allem an der Hitze und der Trockenheit.“ Laut dem Schädlingsbekämpfer sind das optimale Bedingungen für die Larven. Deshalb sind die Arbeiterinnen derzeit mit der Futtersuche beschäftigt.

„In den letzten Jahren waren die Nester viel kleiner. Da war es feuchter und kühler“, sagt Patzak. „Dadurch konnten die Pilze besser wachsen, die dann die Larvenbestände befallen und dezimiert haben. Nun haben die Nester die Größe eines Fußballs.“

Besonders für Anwohner könnten die Insekten zu einem Problem werden. Denn optimale Nistplätze sind Dachböden, Rollokästen und Geräteschuppen.

Umgang mit Wespennest

Doch was sollte man tun, wenn ein Wespennest entdeckt wird? Das Wichtigste sei, laut Patzak, die Wespen in Ruhe zu lassen. Denn sie stehen unter Naturschutz. Andernfalls drohen Strafen. Hintergrund dessen ist, dass in den letzen Jahren die Wespenbestände drastisch gesunken sind. „Über dreiviertel der Insektenbestände sind die letzten Jahre zunichtegemacht worden. Ihr größter Feind ist der Mensch“, sagt Heike Mathies, vom BUND Kreisverband Werra-Meißner.

In jedem Fall muss ein Schädlingsbekämpfer gerufen werden, der sich vor Ort ein Bild von der Lage macht. Die Hoffnungen darauf, dass die Nester immer entfernt oder umgesiedelt werden, dämpft Patzak: „Nur mit triftigem Grund darf man sie entfernen. Zum Beispiel, wenn sie im Rollokasten sind und durch Schlitze ins Innere gelangen“, erklärt er. „Häufig müssen wir Kunden damit vertrösten, dass sie hängen bleiben müssen.“

Das Schlimmste stehe aber noch bevor. Denn momentan seien die Wespen wegen der Hitze zwar frühreif und noch aggressiver als sonst, aber noch nicht in großer Anzahl bei uns unterwegs. „Im August ist die Brutphase vorbei. Dann findet man sie zuhauf in den Bäckereien oder beim Grillen im Garten.“

Den Mythos, dass Bienen durch die Wespen nun stärker bedroht seien, verneint Manuel Naß, von der Imkerei Manufaktur Witzenhausen. „Bienen und Wespen kämpfen gegeneinander. Die Bienen können sich aber gut verteidigen. Die Bienenvölker sind also nicht bedroht.“

(Kerim Eskalen)

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