Gemeindevertretung Herleshausen

Herleshausen: Einigkeit in der Uneinigkeit

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung Manfred Kraus vereidigte den neuen Gemeindevorstand: (von links) Hubertus Schmelzer und Gitta Mayer (beide SPD), Udo Helmerich (WSRG), Jutta Ebeling (CDU), Gero von Randow (WSRG) und Anette Wetterau (CDU). Anette Wetterau wurde außerdem mit den Stimmen von CDU und WSRG zur Ersten Beigeordneten gewählt.
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Der Vorsitzende der Gemeindevertretung Manfred Kraus vereidigte den neuen Gemeindevorstand: (von links) Hubertus Schmelzer und Gitta Mayer (beide SPD), Udo Helmerich (WSRG), Jutta Ebeling (CDU), Gero von Randow (WSRG) und Anette Wetterau (CDU). Anette Wetterau wurde außerdem mit den Stimmen von CDU und WSRG zur Ersten Beigeordneten gewählt.

In der Gemeinde Herleshausen fand am Mittwochabend die erste und somit konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung statt. Dabei gab es Differenzen

Herleshausen - Diese Differenzen zwischen den Fraktionen zeigten sich bei der Besetzung und der Wahl der Stellvertreter für den Gemeindevorsitzenden sowie bei der Position der Ersten Beigeordneten.

Als Ältester in der Gemeindevertretung übernahm Gero von Randow (WSRG) bis zur Wiederwahl von Manfred Kraus den Vorsitz. In seiner Rede verglich er die Wahlkämpfe der beiden vergangenen Kommunalwahlen (2016 und 2021). Er habe diesen zwar als ruhiger empfunden, dennoch hätte es „grenzwertige Attacken“ und Untertöne gegeben.

„Am Ende hatten wir die Nase vorn.“ Einer gewinne, einer verliere. Von Randow sprach aber auch davon, dass gute Ideen immer eine Mehrheit finden würden, egal von wem sie kommen würden, und kritisierte eine Pressemitteilung der SPD. Dort hieß es, die Hauptaufgabe werde sein, stärker auf die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zu achten. Wichtigste Aufgabe könne nicht sein, die anderen zu kontrollieren, befand von Randow. Er rief zu Fairness und Sachlichkeit auf.

Vorsitz und Vertretung

„Wir unterstützen Manfred Kraus als Vorsitzenden“, teilte Burghard Scheld für die SPD mit. Der gemeinsame Vorschlag von WSRG und CDU wurde einstimmig von den Gemeindevertretern angenommen. Kraus versprach, seine höchste Priorität bestünde darin, die Sitzungen unparteiisch zu leiten. Er wolle „nicht spalten, sondern versöhnen“.

Für die Vertretung von Kraus schlugen die Sozialdemokraten aus den eigenen Reihen Dr. Fabian Rauschenberg vor. Das habe man in den Sondierungsgesprächen bereits mitgeteilt, erklärte Scheld. CDU und WSRG hatten als gemeinsamen Vorschlag Dr. Marlene Laufer benannt, außerdem auf den Stellvertreterplätzen zwei bis vier Andreas Mill (WSRG), Matthias Wittich (CDU) und Carolin Gisselmann (WSRG).

Die SPD hatte über Rauschenberg hinaus keine weiteren Vorschläge. Dies sei nicht notwendig, befand der SPD-Kandidat, da es unwahrscheinlich sei, dass so viele Leute gleichzeitig fehlten. Scheld meinte, die SPD könne keine Reihenfolge für WSRG und CDU festlegen.

Für die erste Vertretung fand sich kein Konsens, außer der der geheimen Wahl, wodurch es zu einer längeren Pause kam (siehe Artikel unten). Mehrheitlich wurde Laufer gewählt. Auf den Plätzen zwei und drei folgten schließlich nach einem Vorschlag aller Fraktionen Rauschenberg und Mill.

Erste Beigeordnete

Uneinigkeit herrschte auch bei der Wahl der Ersten Beigeordneten. WSRG/CDU schlugen die amtierende Erste Beigeordnete Anette Wetterau (CDU) vor. Die SPD lehnte das kategorisch ab und schlug ihrerseits SPD-Mitglied Gitta Mayer vor.

Scheld teilte für seine Partei mit, man könne Wetterau aus „formalen, fachlichen und persönlichen Gründen“ nicht mehr unterstützen. Diese Gründe verortete er vor zweieinhalb Jahren.

„Wir wollen sie nicht mittragen“, sagte er. In seinem Redebeitrag stellte er in den Raum, es habe Unklarheiten bei Ausgaben von Haushaltsmitteln gegeben. Peter Bauer ergänzte: Wetterau habe bei der 1000-Jahrfeier Neutralität missen lassen und den Festausschuss missachtet. Zudem sei die SPD unzufrieden mit der Verteilung der Gelder.

Kraus und Erich machten darauf aufmerksam, dass die Vorwürfe unter Scheld als Bürgermeister stattgefunden hätten und anschließend sogar von der Kommunalaufsicht als haltlos befunden und abgewiesen wurden. Vielmehr habe Scheld sich aus der Verantwortung gestohlen, so Möller, indem er seinen Schreibtisch nach der verlorenen Bürgermeisterwahl „liegen gelassen“ habe. Scheld wiederum dementierte dies in der Sitzung: „Wer das behauptet, lügt doch.“

Am Ende wurde Anette Wetterau mit der Unterstützung von CDU und WSRG als Erste Beigeordnete im Amt bestätigt und auch Bürgermeister Lars Böckmann sprach seiner Vertreterin sein Vertrauen aus. “ (Hannai Maiterth)

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