Einnahmen von 20 000 Euro im Jahr

Windkraft im Ringgau: Drei Betreiber am Start – Gemeinden sollen beteiligt werden

Erneuerbare Energien sollen in Hessen vorangetrieben werden: Dafür wirbt unter anderem die Energieagentur des Landes. Um den Bau attraktiver zu machen, sollen Gemeinden am Verdienst beteiligt werden. Archivfoto: Süß
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Erneuerbare Energien sollen in Hessen vorangetrieben werden: Dafür wirbt unter anderem die Energieagentur des Landes. Um den Bau attraktiver zu machen, sollen Gemeinden am Verdienst beteiligt werden. Archivfoto: Süß

Beim zweiten sogenannten „Infomarkt Windenergie Ringgau“ wurde den rund 60 Teilnehmern der Online-Veranstaltung vor allem eine Sache deutlich.

Ringgau - Alle drei Windkraftbetreiber, die im Ringgau insgesamt 15 Anlagen planen, sind weiterhin am Start und halten an ihren Plänen fest.

Die Genehmigungsverfahren der drei Unternehmen Eno-Energy, RWE Renewables (vorher Vortex) und Ostwind befinden sich allerdings in verschiedenen Phasen. So wurde eine der beiden von Eno-Energy geplanten Anlagen nördlich von Netra bereits im vorigen Jahr vom RP Kassel abgelehnt, wogegen das Unternehmen derzeit klagt.

Das RP Kassel hatte moniert, so der Eno-Energy-Sprecher, dass der Kranichzug nicht untersucht worden war. Jetzt allerdings gebe es eine neue Verwaltungsvorschrift, die den Zug dieser Vögel als gegeben annimmt und deshalb eine Untersuchung überflüssig mache. Dennoch seien laut Eno-Energy mit Rücksicht auf den Vogelzug Abschaltzeiten der Anlagen denkbar.

Antrag auf Genehmigung soll im Juni eingereicht werden

Die RWE-Tochter RWE Renewables, die das Unternehmen Vortex gekauft hat, lässt derzeit die verschiedenen Fachgutachten für ihre insgesamt sechs bei Netra und Rittmannshausen geplanten Anlagen erstellen. Alle Vortexverträge behalten ihre Rechtskraft. Der Antrag auf Genehmigung soll im Juni dieses Jahres beim RP Kassel eingereicht werden.

„Wir haben uns zudem für eine freiwillige Umweltverträglichkeitsprüfung und damit für bewusst für ein öffentliches Verfahren entschieden“, sagte die RWE-Projektleiterein Sandra Meyer. Das bedeutet, dass es zu gegebener Zeit einen Erörterungstermin geben wird, der neben Behörden und Verbänden auch allen Bürgern Mitsprache garantiere.

Mit einer Genehmigung rechnet RWE im kommenden Jahr. Die sechs Windkraftanlagen sollen jeweils eine Höhe von 240 Meter haben mit einer Leistung von je 5,5 Megawatt.

Mögliche Windkraft-Standorte im Ringgau.

Kommunen können künftig am Ertrag der Anlagen mitverdienen

Die Firma Ostwind, die ihre sechs Anlagen alle in jetzigen Waldgebieten auf Flächen von Hessen-Forst errichten will, lässt derzeit artenschutzfachliche Untersuchungen machen, die sich über mindestens zwei Brutperioden ziehen. Zwischen 2022 und 2023 soll das Verfahren in die öffentliche Beteiligung gehen, mit einer Genehmigung rechnet Ostwind 2023.

Zudem, so der Sprecher Lukas Große-Kleimann, entwickle man derzeit ein Beteiligungskonzept, damit Gemeinde, aber auch Bürger finanziell von den Anlagen profitieren können.

Dass die Kommunen künftig am Ertrag der Windkraftanlagen in ihren Gemarkungen mitverdienen können, erläutere Achim Raatz von der hessischen Klimaagentur, die den Infomarkt am vorigen Freitag organisierte.

In einem Radius von 2,5 Kilometern um die Anlage können die Gemeinden einen Ertrag von 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde generieren. „Grob geschätzt sind das etwa 20 000 Euro im Jahr“, sagt Raatz. Die Abgabe müsse vertraglich geregelt werden. (Stefanie Salzmann)

Ostwind:

Ostwind plant auf der Vorrangfläche ESW 35 nördlich von Netra fünf Windenergieanlagen auf Flächen von Hessen-Forst. Eine weitere Anlage will Ostwind östlich von Röhrda bauen. Alle sechs Anlagen sollen eine Gesamthöhe von 250 Metern und jeweils fünf bis sechs Megawatt Leistung haben. Das Genehmigungsverfahren läuft, für 2022/2023 ist eine öffentliche Beteiligung geplant, Baustart soll 2023 sein.

RWE Renewables

RWE Renewables (vorher Vortex) will sechs Windkraftanlagen mit einer jeweiligen Leistung von 5,5, Megawatt bei Netra (ESW 35) und Rittmannshausen (ESW 38) errichten. Derzeit werden laut RWE Fachgutachten erstellt, der Antrag für die Anlagen soll im Juni beim RP Kassel eingereicht werden. Auch hier soll die Öffentlichkeit am Verfahren beteiligt werden. RWE rechnet 2022 mit der Baugenehmigung. 

Eno-Energy

Eno-Energy will nördlich von Netra zwei Windkraftanlagen errichten, beide Anlagen befinden sich bereits im Genehmigungsverfahren, eine Anlage wurde 2020 vom RP Kassel abgelehnt, dagegen klagt Eno-Energy derzeit. Beide Anlagen sollen jeweils eine Leistung von 4,5 und 5,6 Megawatt Leistung haben und 240 beziehungsweise 244 Meter hoch sein. Die Flächen, die Eno-Energy beplant, sind Offenland. 

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