Silvesternacht

Einsatzlage an Silvester ruhig - Trotz Verkaufsverbot: Viel Feuerwerk im Werra-Meißner-Kreis

Mit Raketen, Feuerwerk und Böllern das neue Jahr begrüßen: Auch im Werra-Meißner-Kreis haben viele Menschen in der Silvesternacht nicht auf diesen Brauch verzichtet.
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Mit Raketen, Feuerwerk und Böllern das neue Jahr begrüßen: Auch im Werra-Meißner-Kreis haben viele Menschen in der Silvesternacht nicht auf diesen Brauch verzichtet.

Die Silvesternacht verlief ruhig im Werra-Meißner-Kreis. Das teilten die Polizeidirektion Werra-Meißner, die Freiwilligen Feuerwehren und das Klinikum auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Werra-Meißner – Laut Polizeisprecher Jörg Künstler kam es für die Beamten in der Nacht zu Neujahr zu keinen größeren Einsätzen. Er spricht lediglich von für die Polizei „silvestertypischen“ Einsätzen wie Ruhestörung oder Streit im privaten Umfeld. Unter anderem habe ein 27-Jähriger eine 26-Jährige mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen; die Frau erlitt dadurch eine Platzwunde am Ohr. In Hessisch Lichtenau kam eine 25-Jährige in ein Krankenhaus, nachdem ein 30-Jähriger sie mehrfach ins Gesicht geschlagen hatte. Bei Eintreffen der Polizeistreife hatte sich der Mann bereits entfernt. Eine Fahndung nach ihm verlief in der Nacht negativ, schildert der Polizeisprecher.

Abgesehen von wenigen Fällen wie diesen sei die Silvesternacht aber überwiegend ruhig geblieben. Das gelte neben der Direktion des Werra-Meißner-Kreises auch für die anderen Polizeidirektionen des Polizeipräsidiums Nordhessen, wie in Kassel, Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg, weiß Künstler. Im Kassel sei es dabei zu kleineren Bränden etwa von Mülleimern gekommen sowie zu Sachbeschädigungen von Briefkästen, Rollläden, Zigarettenautomaten – überwiegend durch Pyrotechnik. Trotz des Verkaufsverbotes von Feuerwerk sei es nahezu flächendeckend zum Abbrand von Pyrotechnik gekommen, teilt Jörg Künstler mit. Die erlassenen Abbrennverbote von Feuerwerk an publikumsträchtigen Orten wurden nahezu eingehalten, als Ausnahme auffällig sei der Eschweger Heuberg gewesen.

Gebrauch nur auf eigenem Grundstück

Das Zünden von Feuerwerkskörpern wie Raketen, Krachern und Batterien für Silvester 2021/2022 war laut einer Sonderregelung des Landes Hessen öffentlich verboten. Das Verbot galt für publikumsträchtige öffentliche Plätze, die von den örtlich zuständigen Behörden bestimmt werden. Auf privaten Grundstücken wie Gärten war das Zünden von Feuerwerk aber erlaubt. Zudem hatte schon vor Silvester das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg das bundesweite Verkaufsverbot für Feuerwerk an Silvester bestätigt. 

Auch die Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehren des Werra-Meißner-Kreises konnten ohne größere Einsätze ins neue Jahr starten. Das berichtet unter anderem Jan Küllmer, Eschweges stellvertretender Stadtbrandinspektor. In Eschwege habe es lediglich einen kleinen Einsatz bei einem Heckenbrand gegeben, den die Anwohner aber schnell selbst löschen konnten. In Sontra und Wanfried blieb es ganz ohne Einsätze. „Die Tore unserer Feuerwehrwache konnten ganz geschlossen bleiben“, sagt Sontras Stadtbrandinspektor André Bernhardt. Persönlich habe er aber lautere Böllerei wahrgenommen, die Detonationen seien extremer gewesen. Auch hätten Menschen in Sontra mit Pistolenschüssen das neue Jahr begrüßt, vermutlich mit Schreckschusspistolen, sagt er. Mehr Silvesterknallerei als im vergangenen Jahr sei auch Benjamin Kleinpeter, dem stellvertretenden Stadtbrandinspektor aus Wanfried, aufgefallen. „In Wanfried und Umgebung wurde eindeutig mehr geböllert als beim vergangenen Silvester.“

Ruhig blieb es auch in der Notaufnahme im Klinikums Werra-Meißner. Nach Angaben des Chefarztes der Notaufnahme, Daniel Kersten, blieb es im Vergleich zu herkömmlichen Silvesternächten ruhig, es habe keine schwereren Verletzungen gegeben.

Von Jessica Sippel

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