A44

Probelauf für Ernstfall im Autobahntunnel Küchen - Retter helfen über Funk

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Am Funkgerät: (von links) Thomas Finis und Mario Mißler, Dezernatsleitung für Brand- und Katastrophenschutz beim Regierungspräsidium Kassel.

Rettungsdienste, Leitstelle, die Landkreise Werra-Meißner und Kassel sowie das Regierunspräsidium testen den Ernstfall für den A44-Tunnel bei Küchen in einer Kommunikationsübung. 

Es brennt selten in Tunneln. Aber wenn hier auch nur einmal ein Fahrzeug Feuer fängt, dann zählt jede Sekunde, dann schweben viele Menschen in Lebensgefahr, dann gilt höchste Alarmstufe für die Retter. Wenn die Tunnelröhren bei Hunderten Grad Celsius, dichtem Qualm und giftigem Rauch zu Höllen werden, bleibt keine Sekunde Zeit, um zu überlegen – alle Abläufe müssen sitzen, sämtliche Kommunikationsstrukturen funktionieren.

Test im Gefahrenabwehrzentrum in Eschwege

Und genau hier setzte die „Kommunikationsübung Tunnel Küchen“ am Freitagabend im Gefahrenabwehrzentrum in Eschwege an – die Erste ihrer Art überhaupt in dieser Größenordnung. Gemeinsam probten Akteure der Landkreise Werra-Meißner und Kassel, des Regierungspräsidiums (RP) Kassel, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie der Leitstelle des Werra-Meißner-Kreises den Ernstfall. 

Monatelang wurde die hochkomplexe Übung vorbereitet; eine eigene Arbeitsgruppe, bestehend aus Dominik Bachmann (Landkreis Kassel), Mario Mißler (RP Kassel), Matthias Haas (DRK Eschwege) und Rainer Liberty (Gefahrenabwehrzentrum Werra-Meißner), kümmerte sich um die Organisation und Koordination der rund 80 beteiligten Einsatzkräfte aller Anliegerwehren der Autobahn 44. 

Mit im Boot waren auch Vertreter des Straßenbaulastträgers Hessen Mobil, der Polizei sowie der Hessischen Landesfeuerwehrschule als Übungsbeobachter.

Tunnel Küchen ist der längste Tunnel, der bisher auf A44 in Betrieb ist

„Der Tunnel Küchen ist der längste, der aktuell auf der A44 in Betrieb ist“, begründet Dominik Bachmann die Wahl des Übungsortes. Weiterhin habe in diesem Tunnel im Oktober des vergangenen Jahres eine reale Übung stattgefunden – „Optimierungsbedarf“ sei dabei in Sachen Kommunikation festgestellt worden – Grund genug, diese in einer Übung zu verbessern.

Hintergrund - das angenommene Szenario

Im Tunnel Küchen der Autobahn 44 in Fahrtrichtung Eisenach verunglückt ein Reisebus mit 50 Fußballfans. Der Fahrer eines nachfolgenden Wagens, der mit vier Insassen besetzt ist, reagiert zu spät und fährt auf den verunfallten Bus auf. 

Ein weiteres Auto (zwei Insassen) schiebt den durch die Kollision ohnehin schwer beschädigten Wagen weiter unter den Reisebus. Dieser beginnt aus dem Motorraum zu qualmen. 15 Autos, teilweise mit Anhänger, und vier Lastwagen – darunter ein Tiertransporter – bleiben in der Röhre stehen.

Erst im September gab es eine große Übung im Chemiewerk Lohfelden. Hierbei wahren hunderte Einsatzkräfte aus ganz Nord-Hessen beteiligt.

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