Eisblock-Wette: Kreisverwaltung wirbt für Dokumentarfilm „Thule Tuvalu“

Legen Wetten zum Thema Klimawandel ab: Ralf Schuhmacher (Inhaber Capitol-Kino Witzenhausen, von links), Jana Faßhauer (FOS-Praktikantin im Capitol-Kino), Eisbildhauer Björn Sippel, Vize-Landrat Dr. Rainer Wallmann, Bürgemeisterin Angela Fischer (Vierte von rechts), Dr. Doris Wagner (Bauen, Umwelt und Gebäudemanagement Werra-Meißner-Kreis, Zweite von rechts) sowie einige Teilnehmer der Eisblock-Wette auf dem Marktplatz in Witzenhausen. Foto: Leissa

Witzenhausen. Rund um einen Eisblock mit dem Wappen des Werra-Meißner-Kreises auf dem Witzenhäuser Marktplatz versammeln sich neugierige Passanten.

Warum der Block dort steht, wird ihnen sogleich von der Klimaschutzmanagerin Dr. Doris Wagner vom Werra-Meißner-Kreis verraten: Mit einer Eisblock-Wette möchte die Kreisverwaltung auf den Klimawandel aufmerksam machen. Die Idee: Passanten können tippen, wie viele Tage es dauern wird, bis der gesamte 140-Liter-Block geschmolzen ist. Zu gewinnen gibt es Eintrittskarten für den Dokumentarfilm „Thule Tuvalu“, der am Montag, 7. September ab 19.30 Uhr im Capitol-Kino Witzenhausen gezeigt wird.

Die Rechnung der Veranstalter geht auf: Viele Menschen bleiben stehen und füllen die Gewinnspielkarte aus. „Sie unterhalten sich über das Klima“, sagt Dr. Doris Wagner erfreut. „Das Gewinnspiel ist gar nicht so einfach, denn es spielen viele Faktoren bei der Frage mit, wie schnell Eis schmilzt. So ähnlich ist es auch in Grönland. Wie lange es dort dauert, bis das Eis verschwunden ist, kann man kaum einschätzen.“

Im Dokumentarfilm „Thule Tuvalu“ werden die Auswirkungen des Klimawandels deutlich: Thule liegt im Norden Grönlands, Tuvalu in der Südsee. Die beiden Orte verbinden Klima-Probleme, denn während das Eis in Thule schmilzt, versinkt Tuvalu im Meer. Der Eisblock auf dem Markplatz der Kirschenstadt ist dabei eine gute Analogie, wie Bürgermeisterin Angela Fischer findet. „Klimaschutz ist wichtig, aber vielen zu abstrakt. Diesen Eisblock kann man im Vergleich zu den Eismassen der Arktis zum Beispiel anfassen und der Klimawandel wird anschaulich“, sagt Fischer.

Wie unmittelbar die klimatischen Veränderungen den Nordhessen betreffen, macht die Umweltmanagerin Wagner deutlich: „Wenn jemand aus Thule oder Tuvalu seine Lebensgrundlage verliert, weil das extreme Wetter seine Ernte zerstört, Stürme oder Fluten sein Haus immer wieder einreißen, dann wird er über kurz oder lang seine Heimat verlassen“, beschreibt Wagner. Klimaflüchtlinge könnten schon bald auch in gemäßigten Zonen wie Deutschland Schutz suchen. Gehandelt werden müsse daher jetzt, meint die Klimaexpertin, doch vorher wolle man die Menschen auf das Thema sensibilisieren.

Im Anschluss an die Filmvorführung findet daher auch ein Gespräch mit dem langjährigen Arktis-Expeditionsleiter Sven Achtermann statt, der Fragen beantwortet und aktuelle Fotos aus der Arktis mitbringen wird.

Von Margarete Leissa

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