Elektroschrott-Entsorgung: Nur Kaputtes rausstellen

Typischer Elektroschrott: In Großalmerode sah Kreisumweltberaterin Gabriele Maxisch alte Drucker, Telefone und Fernsehgeräte. Foto: Forbert

Werra-Meißner. Zur Entsorgung von Elektroschrott gibt Kreisumweltberaterin Gabriele Maxisch einige Hinweise.

Einsammeltermin für Elektro-Schrott: Beim morgentlichen Gang durch die Innenstadt von Großalmerode fällt der Blick von Gabriele Maxisch, der Umweltberaterin des Werra-Meißner-Kreises, auf alte Telefone und Mikrowellen, ausgediente Computer und Drucker, auf Haushaltsdiener wie Mixer, Toaster und Bügeleisen. Bei einem noch gar nicht so alten Fernseher verharrt sie: Ob der wirklich schon kaputt ist, fragt sie sich.

Viele Haushalte haben sich mittlerweile einen TV-Flachbildgerät ins Wohnzimmer gestellt. Der alte, dicke und schwere Röhrenfernseher funktioniert zwar noch, wird aber einfach zum E-Schott rausgestellt. Und das findet Gabriele Maxisch schade und vor allem nicht sinnvoll.

Die Kreisumweltberaterin ruft dazu auf, jegliche noch gebrauchsfähigen elektrischen Geräte nicht entsorgen zu lassen, sondern zu einem der beiden Gebrauchtwarenzentren im Kreis zu bringen. Dort wird alles sozusagen entstaubt und für wenig Geld zum Kauf angeboten. Etliches Ausrangiertes findet so noch einen Liebhaber oder einen neuen Nutzer - und die gemeinnützigen Gebrauchtwarenzentren in Witzenhausen und Eschwege samt seiner Beschäftigten werden auch unterstützt.

Etliche Geräte, die am Vorabend des Sammeltages schon an die Straße gestellt wurden, sind am Morgen schon verschwunden. Wilde Sammler, weiß Maxisch, haben dann wieder zugeschlagen - und dies verbotenerweise. „Zum Einsammeln herausgestellte Elektro-Altgeräte gehören dem Werra-Meißner-Kreis“, sagt die Umweltberaterin und verweist auf dessen Funktion als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger. So ist der Landkreis verpflichtet, Altgeräte zurückzunehmen. Dazu muss er eine Sammelstelle vorhalten, sie befindet sich auf der Abfalldeponie bei Meißner-Weidenhausen. Den zusätzlichen Service des Abholens in den Städten und Gemeinden, die dem Abfallzweckverband Werra-Meißner (AZV) angehören, bietet der Kreis zweimal jährlich.

Die Polizei kontrolliert laut Maxisch dann auch verstärkt an den E-Schrott-Sammeltagen. Erwischte illegale Sammler müssen ihre Beute dann auf der kreiseigenen Deponie abladen. Da komme es dann auch vor, dass deren Fahrzeuge über Nacht sichergestellt werden. Info: Die Gebrauchtwarenzentren befinden sich in Witzenhausen, Zu den Weinbergen 2 (früherer Tegut-Markt), und in Eschwege, Eschenweg 1 (ehemals DM-Baumarkt).

Hintergrund

Der Diebstahl von Sammelgut kann letztlich für alle Haushalte sogar höhere Gebühren bedeuten. Denn mit dem Vermarkten von Haushaltsgroßgeräten, Unterhaltselektronik und Kleingeräten nahm der Kreis im vorigen Jahr 30.000 Euro ein. Diese tragen zur Gebührenstabilität bei, sagt Gabriele Maxisch.

Man könnte auch rechnen, dass damit ein Teil der Kosten für die Entsorgung von Sonderabfällen wie Farben. Lackenund Lösemitteln, die die Bürger ebenfalls kostenlos abgeben können, gedeckt wird. Schon ohne die Ausgaben für das Einsammeln mussten 2014 dafür 47.000 Euro gezahlt werden. Bei den Schadstoffen kostet die Entsorgung bis zu 1600 Euro pro Tonne.

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