Ellershäuser Gotteshaus wird zur dritten Radwege-Kirche der Landeskirche

Radler willkommen: Nicht nur, aber vor allem auch für Radfahrer ist die Ellershäuser Dorfkirche ab April donnerstags bis montags geöffnet. Der Kirchenvorstand samt Pfarrer Hubertus Spill und etliche weitere engagierte Einwohner packten jetzt schon mal die Hinweise auf das besondere Angebot aus. Foto: Forbert

Ellershausen. Kleine Kirche ganz groß: Das schmucke Gotteshaus im Bad Sooden-Allendorfer Stadtteil Ellershausen wird zur dritten offiziellen Radwege-Kirche im Gebiet der evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck.

Am Sonntag, 29. März, findet zur Eröffnung ein Festgottesdienst statt. Er beginnt um 14.30 Uhr.

Schon jetzt haben die Ellershäuser - neben dem Kirchenvorstand sind viele Einwohner an der Aktion beteiligt - die Banner und Hinweisschilder in Empfang genommen. Von beiden Seiten der Ortsdurchfahrt wird demnächst gut zu erkennen sein: Hier lädt die Kirche zur stillen Einkehr, zum Gebet und zum Zur-Ruhe-Kommen auf - und nicht nur durchradelnde Touristen und Reha-Gäste aus der Badestadt, sondern auch die Einheimischen.

Raum für Leib und Seele 

Leib und Seele Raum geben, gastfreundlich sein, das wollen die Radwege-Kirchen in der evangelischen Landeskirche, sagt Nina Wetekam, die Fachreferentin für Offene Kirchen. Und da das bestens auch für die Ellershäuser Kirche passt, an der nicht nur der Werratal-Radweg, sondern auch die „BSA-Acht“ vorbeiführt, hat der Kirchenvorstand sich erst Anfang des Jahres um den Titel „Radwege-Kirche“ beworben.

Viele Radfahrer, Wanderer und Kurgäste stünden oft vor verschlossener Kirchentür, hatten Ellershäuser beobachtet. Das soll nun anders werden, nun soll das Kleinod ab 1. April bis Ende Oktober donnerstags bis montags täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein. Sogar eine Gebetsecke wird noch eingerichtet, in der man auch eine Kerze anzünden kann, „die dann weiterbetet, wenn man weiterfährt“, wie Pfarrer Hubertus Spill erläutert. Auch ein Flyer mit der Chronik und anderen Informationen zu dem vor zehn Jahren sanierten Kirchlein wird noch ausgelegt.

15 Einwohner haben sich spontan bereit erklärt, den Schließ- und Kümmerdienst jeweils eine Woche lang zu übernehmen. Denn allein können es die Kirchenvorstandsmitglieder nicht stemmen. So freuen sie sich, mit der Aktion zugleich noch die Kirchen- und Dorfgemeinschaft ein wenig gefördert zu haben.

Radwegekirchen gibt es seit 2001

Die Idee, Kirchen als Radwege-Kirchen auszuweisen und Radreisenden spezielle Angebote zu unterbreiten, ist vergleichsweise jung. Die erste Radwege-Kirche Deutschlands steht im Klosterpark Reinhardsbrunn/Thüringen, sie besteht seit 2001. Darauf entstanden eine Reihe weiterer Radwege-Kirchen.

Radwege-Kirchen sind verlässlich geöffnete Kirchen und laden zur geistlichen Besinnung ein.

Seit 2009 unterstützt die Evangelische Kirche in Deutschland mit dem Projekt „Radwege-Kirchen“ diesen Trend. Neuerdings wird es auch in der Landeskirche Kurhessen-Waldeck vorangetrieben. Es gibt eine etliche Marke, ein leuchtend grünes Signet mit Radfahrer und Kirche. Eine Radwege-Kirche zeichnet sich durch unmittelbare Nähe zu einem Radwanderweg und einem Kirchenraum aus, der zu Stille, Besinnung und Gebet einlädt und gastfreundlich ausgestaltet ist. (sff)

Eine Übersicht der Radwege-Kirchen gibt es unter www.radwegekirchen.de

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