Eltern beunruhigt von der Horrorfigur Momo

Werra-Meißner – Eltern in der Region sind beunruhigt. Seit einigen Tagen taucht die Horrorfigur Momo in Videoclips und Online-Spielen für Kinder auf. Nachgewiesen wurde das Auftauchen in Peppa- Wutz-Filmen und den Spielen „Fortnite“ .

Als erste Schule hat sich jetzt die Gerhart-Hauptmann-Schule in Wanfried an die Eltern gewandt. Mehrere Schüler waren hier betroffen.

Das erste Mal tauchte Momo im vergangenen Jahr auf. Eine mysteriöse Nummer, die als Profilbild das Bild der gruseligen Vogel-Frau verwendete, soll Whatsapp-Nutzer angeschrieben, ihnen mit einem Kettenbrief Angst gemacht und erschreckende Bilder versendet haben. Die Figur fordere den Zuschauer zur sogenannten „Momo-Challenge“ auf, in der sie sich selbst verletzen sollen. Dem Freund eines Viertklässlers der Wanfrieder Grundschule war sie im Spiel „Fortnite“ erschienen. Auch Videos für Kleinkinder sind betroffen. Das besonders Perfide: Die Youtube-Clips von „Peppa Wutz“ sind für Kinder im Kindergartenalter gedacht.

Harald Nolte von der Suchtprävention in Eschwege ist das Phänomen bekannt, und er startet seine Vorbeugungsarbeit bereits im Kindergarten, um Eltern für die Gefahren des Internets zu sensibilisieren. „Wichtig ist, dass die Kinder nicht auf die Forderungen eingehen und sich dadurch nicht verängstigen lassen“, sagt Nolte. Eltern sollten den Kindern ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. „Man muss ihnen erklären, dass nichts passiert.“ Das gelte für Drohungen genauso wie für Kettenbriefe. Wenn sie nicht weitergeschickt würden, gäbe es ebenfalls keine Konsequenzen. Eltern sollten als Vorbild vorangehen und ebenfalls den Forderungen in Kettenbriefen nicht nachkommen. Ein offener Umgang miteinander und ständige Gespräche würden vorbeugend wirken.

Bei der Polizei in Eschwege sind bislang keine Hinweise oder Anzeigen wegen der Figur eingegangen. Die Polizei in Göttingen hat hingegen eine Warnmeldung herausgegeben. Im vergangenen August sind drei Anzeigen im Gebiet der Polizeidirektion Göttingen eingegangen. „Wir haben keine aktuellen Hinweise auf Videos, die die Momo-Challenge auf Youtube verbreiten“, heißt es vonseiten von Youtube.

Die Gerhart-Hauptmann-Schule hat auf die jüngsten Vorfälle mit einem Elternbrief reagiert. Schulleitung und Elternbeirat weisen die Eltern darauf hin, die Kinder aufzuklären und ernsthaft mit ihnen über das Thema zu sprechen. Auch in den Klassen soll das Thema behandelt werden. „Es ist uns wichtig, gemeinsam zu sensibilisieren und aufzuklären“, sagt Schulleiterin Christina Hoppe.

Eltern, die verunsichert sind, können sich unter 0 56 51/3 39 42 92 an die Suchtprävention wenden.

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