Emmy und Wendelin Plescher feiern Eiserne Hochzeit

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Glücklich vereint: Emmy und Wendelin Plescher sind sich und Hebenshausen 65 Jahre treu geblieben und feiern am Dienstag Eiserne Hochzeit.

Hebenshausen. Zwar ist eigentlich Dienstag der Jubeltag, Emmy und Wendelin Plescher feiern aber schon am heutigen Samstag ihre Eiserne Hochzeit.

Kennen gelernt haben sich Emmy und Wendelin Plescher 1948 auf einem Tanzvergnügen in Marzhausen. Er war ein guter Tänzer, er wusste es und hat es auch ausgenutzt. Seine Spezialität war die Polka, die Damen haben sich um einen Tanz mit ihm gedrängt.

Emmy erinnert sich: „Wendelin hat mir das Tanzen beigebracht, einen besseren Tanzlehrer hätte ich nicht bekommen können“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Es blieb nicht beim Tanzen, die beiden verliebten sich und heirateten am 25. August 1950 in Hebenshausen. Bereits Anfang Oktober 1950 wurde die Tochter Brigitte geboren, Heidi erblickte Anfang September 1956 das Licht der Welt. Die 88 jährige Emmy denkt noch heute gern an die gute Schneiderin, die das Hochzeitskleid so geschickt schneiderte und ihre Schwangerschaft damit etwas kaschierte.

Aus dem Sudetenland 

Wendelin Plescher wurde am 14. Mai 1928 in Hetschigau/Sudetenland geboren. Nach dem Beginn einer Bäckerlehre wurde er zur Wehrmacht eingezogen, und nach dem Krieg zunächst nach Eisleben in Thüringen vertrieben. Hier hielt es ihn nicht lange und er kam 1948 nach Hebenshausen. Gearbeitet hat er zunächst in der Landwirtschaft, ging dann über 22 Jahre in den Gleisbau, später war er bei einem Orgelbauer beschäftigt, sein letzter Arbeitsplatz war das Lager Friedland, dort ging er mit 63 Jahren in Rente.

Im festlichen Gewand: Emmy und Wendelin Plescher aus Hebenshausen bei ihrer Hochzeit vor 65 Jahren.

Emmy wurde am 12. Oktober 1927 in Hebenshausen geboren. Sie hatte keine Ausbildung gemacht, zunächst kümmerte sie sich um die Kinder, später arbeitete sie bei der Papierfabrik Staffel sowie bei Grimm & Triepel in Witzenhausen und bei der Firma Bosch in Göttingen. Im Frühjahr 1965 war der Start für das eigene Haus in der Siedlung 6 in Hebenshausen, eingezogen sind sie dort exakt am 24. November 1965, weiß der 87-jährige Wendelin: „Der Hausbau war nicht einfach für uns, letztendlich haben wir es jedoch geschafft und genießen jeden Tag in unserem schönen Heim.“

Der Holzmichel 

Sein großes Hobby war und ist heute noch das Brennholz für die Feststoffheizung und den gemütlichen Kachelofen im Wohnzimmer. Er lagert ständig etwa 100 Raummeter Buchenholz, den Jahresbedarf von gut zehn Raummetern hat er jahrzehntelang mit seiner Fräse aus dem Wald geholt, was ihm schnell den Namen „Holzmichel von Hebenshausen“ einbrachte. Er wurde mit diesem Namen so bekannt, dass sich anlässlich eines Heimatfestes in Neu Eichenberg auch das Fernsehen bei seinem Auftritt als Holzmichel beim Festzug für ihn interessierte.

Emmy widmete sich sehr dem Haushalt, dem großen Garten und der Familie. Schon am heutigen Samstag startet die große Feier mit über 60 Personen im Gasthaus Waldmann in Hebenshausen. Dort gratulieren auch die beiden Enkel Alexander und Désirée sowie die Urenkelinnen Mathilde und Hermine.

Von Peter Scheunert

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