Ende einer Ära: Tankstelle der Familie Eysert letztmalig geöffnet

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Zum letzten Mal die Drei von der Tankstelle: Hiltrud, Erika und Gerd Eysert (von links) schließen ihre Tankstelle zum 1. Oktober. Unser Bild rechts zeigt Gerd Eysert als Dreikäsehoch vor der Zapfpumpe Mitte der 50er Jahre.

Fürstenhagen. Am heutigen Dienstag gibt es den letzten Sprit in Fürstenhagen. Über 60 Jahre lang hat die Familie Eysert an der Leipziger Straße in dem Hessisch Lichtenauer Stadtteil dafür gesorgt, dass des Deutschen liebstes Kind, das Auto, nicht auf dem Trockenen saß.

Jetzt wird die Tankstelle geschlossen. Ab 1. Oktober werden die Zapfsäulen bei der Aral-Tankstelle Eysert abgebaut.

„Mit einem Fass haben wir angefangen“, erzählt Erika Eysert. Zusammen mit ihrem verstorbenen Mann hatten sie zunächst nebenberuflich mit einer Fahrradwerkstatt und eben dem Benzinverkauf für die Firma Gasolin angefangen.

In 1962 wechselten Eyserts dann zur Firma Aral. Der blaue Kraftstoff floss dann bis heute aus den Zapfpistolen. Immerhin rund 200.000 Liter Kraftstoff wurden in der letzten Zeit im Monat verkauft. Der Vertrag mit der Aral läuft nun aus. Eyserts sehen es mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Die Tanke macht den meisten Stress“, so Gerd Eysert.

Die Lichter aber werden nicht ausgehen. Denn zur Tankstelle gehört bis heute die Reparaturwerkstatt, die Kfz-Meister Gerd Eysert von seinem Vater übernommen hat. Auch wenn er nun kürzer treten will, wird er diese zunächst weiter führen. Gesucht wird aber ein Pächter.

Ehefrau Hiltrud hat mit dem Shop noch einiges vor: Getränke, Zeitschriften, Geschenke, Kaffee und natürlich die Lottoannahmestelle. Im Sommer wird man sich unter dem Tankstellendach auch hinsetzen können. Weiterlaufen wird auch die Waschstraße.

Ab 1. Oktober aber wird die Aral mit dem Abbau der Zapfsäulen beginnen. Ein wenig Wehmut verspüren die Eyserts schon. Denn mit ihren Kunden fühlen sie sich sehr verbunden. So hat man sich vorgenommen, sich mit einer Feier nach der Beendigung der Rückbauarbeiten von der Benzin-Ära an der Leipziger Straße zu verabschieden.

Von Gert Merkel

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