Landwirtschaft vor großen Herausforderungen - Roth: Anteil wird steigen

Energiepflanzen in der Nische

Uwe Roth

Witzenhausen. Auf 6,3 Prozent der landwirtschaftliche Fläche des Landkreises wurden im vergangenen Jahr 2009 Energiepflanzen angebaut. Damit liegt der Anteil noch unter dem Bundesschnitt mit 9,7 Prozent. Das hob der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Werra-Meißner, Uwe Roth, bei einer Vortragsveranstaltung des Witzenhausen-Instituts im Bürgerhaus hervor.

Kampagne für Bioenergie

Das Institut hat die Bioenergieberatung im Rahmen einer bundesweiten Kampagne der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe in Hessen federführend übernommen, worüber Thomas Raussen informierte. An der Beratungsinitiative mit beteiligt sind das Kompetenzzentrum Hessen-Rohstoffe e.V., die Hessische Erzeugergemeinschaft für nachwachsende Rohstoffe e.V., die Maschinenring Hessen GmbH sowie die Landesbetriebe Landwirtschaft und Hessen-Forst.

Dass die Fläche für den Energiepflanzenanbau mit Raps, Mais, Zuckerrüben und anderen Kulturen jedoch künftig steigen wird, ist sich Roth ganz sicher: Allein die geplanten Biogasanlagen im Landkreis würden gut 1 600 Hektar landwirtschaftliche Fläche in Anspruch nehmen, wenn nur Energiemais vergoren werden soll. Die Jägerschaft verpachteter landwirtschaftlicher Flächen wird dies nicht unbedingt freuen, da sie im Allgemeinen für Wildschäden aufkommen müssen.

Mit der plakativen Fragestellung, ob im Ökolandbau Platz für Energiepflanzen ist, befaste sich Dr. Rüdiger Graß von der Universität Kassel (Fachbereich Ökologische Agrar-wissenschaften). Derzeit gibt es in Deutschland um die 150 Biogasanlagen im Bereich des ökologischen Landbaus - die durchschnittliche Leistung liegt bei 180 kW.

Chancen für Betriebe

Bereits zu Anfang seines Vortrages postuliert Dr. Graß die ökologische Energieversorgung in ökologisch wirtschaftenden Betrieben. Besondere Chancen für den Energiepflanzenanbau sieht Dr. Graß neben Klee-Gras-Gemischen im Zweikulturensystem: Nach Anbau und Ernte von Getreide, Erbsen oder Raps könnte während des Sommerhalbjahres bereits eine zweite Kultur (zum Beispiel Mais, Sonnenblumen, Zuckerhirse) angelegt und zum Herbst hin geerntet werden. Zudem ist die Kreislaufführung der Nährstoffe in Verbindung mit einer verbesserten Düngewirkung auf die Kulturen ein wichtiges Argument für den Energiepflanzenanbau. Passt die ökologische Energieversorgung in das betriebliche Gesamtkonzept, ist für Dr. Graß der Energiepflanzenanbau im Ökolandbau kein Widerspruch, sondern eine wichtige Ergänzung.

Ersatz fürs Öl

Über die Perspektiven, wie Landwirte auch Holz von ihren Flächen ernten können, referierte Dr. Martin Hofmann vom Kompetenzzentrum Hessen-Rohstoffe (Witzenhausen) eindrucksvoll: 6 000 Liter Heizöl können mit dem Holzertrag von einem Hektar ersetzt werden. (wke)

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