Tag des Energiesparens: So wird ein Haus energetisch sinnvoll saniert

Jede Wand ist wichtig: Die Grafik zeigt beispielhaft den Energieverlust eines Hauses, das 1980 gebaut wurde. Quelle: Bially Software/nh

Werra-Meißner. Was können Hausbesitzer tun, um langfristig Energie zu sparen? Die Werratal Energie- und Umweltgesellschaft in Eschwege zeigt, wie es geht.

Wer sich entscheidet, sein Haus umzubauen, um Energie zu sparen, der trägt zum Gelingen des Klimaschutzkonzeptes des Werra-Meißner-Kreises bei. Dieses wurde 2012 beschlossen mit dem Ziel, eine umweltbewusste Region zu schaffen. Michael Otto ist Energieberater bei der Werratal Energie- und Umweltgesellschaft (WEGE) und macht kostenlose Energiechecks für Hausbesitzer. Er erklärt beispielhaft, wie ein solcher Energiecheck aussieht.

Vorgespräch

Je detaillierter die Unterlagen sind, die der Kunde mitbringt, desto genauer kann das Haus geprüft werden. Benötigt wird die Baubeschreibung des Hauses. Sie gibt Auskunft über die beim Bau verwendeten Materialien, die Konstruktion, den Innenausbau sowie die Heizungs- und Elektroinstallation.

Michael Otto Foto: Lischper

Das Schornsteinfegerprotokoll und eine Übersicht der letzten Energieabrechnungen geben zudem Auskunft über den bisherigen Verbrauch. Wer einen Energieausweis seines Hauses besitzt, der kann diesen ebenfalls zum Gespräch mitbringen. Ausschlaggebend ist die Energiekennzahl, die das Gebäude energetisch beurteilt.

Berechnung

Anhand einer Software wird das Haus einer Haustypenmatrix zugeordnet. Sie liefert eine Vorhersage darüber, wie viel Energie verbraucht wird. Dort kann der Energieberater bestimmte Parameter eingeben. Das kann die Dicke der Außenwand des Hauses und die der Fenster sein. Aber auch der Durchmesser der obersten Geschossdecke und der Kellerdecke wird angegeben. Ziel der Rechnung ist es, zu schauen, ob die Energie in den Räumen bleibt, wo sie es soll.

Neues Konzept 

Aus den analysierten Werten erstellt der Energieberater dann ein Energiekonzept, das sich an den Zielwerten der Energieeinsparverordnung (EnEV) orientiert. Auf der Basis dieser Auswertung sollte man sich dann Angebote bei Firmen einholen. Wer möchte, kann auch diese noch einmal von der WEGE prüfen lassen.

Der beste Zeitpunkt für bauliche Veränderungen zugunsten der Energieeinsparung ist laut Otto, wenn sowieso Bauarbeiten am Haus anstehen. Viele Dinge könnte man dann in einem Zug angehen. Auch brauche nicht jede Veränderung einen Fachmann. Um zum Beispiel die Kellerdecke zu isolieren, kann man die Dämmplatten auch selbst Stück für Stück anbringen.

Hintergrund:

Die Werratal Energie- und Umweltgesellschaft, kurz WEGE, ist seit 2012 regionaler Ansprechpartner für die Themen Energie, Umwelt und Klima und wurde zwei Jahre vom Land Hessen und der EU gefördert. Sie ist hundertprozentige Tochter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner-Kreis.

Mit der Beratung von Privatpersonen sowie Unternehmen trägt sie zur Umsetzung des kommunalen Klimaschutzkonzeptes bei und unterstützt die nationalen Klimaschutz-Ziele. Die Energie-Erstberatungen sind Anbieterunabhängig. Mit einem erstellten Energiekonzept können sich die Kunden an Handwerksbetriebe wenden. Neben der kostenlosen Beratungen bietet die WEGE auch Infoabende an, wo vermittelt wird, wie man selbst aktiv werden kann.

Informationen zu Umbau und Finanzierung gibt es hier.

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