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Brennholz: Die Nachfrage in den Baumärkten ist um 80 Prozent gestiegen

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Wer einen Kamin oder Ofen besitzt, kann einen Gas-Ausfall noch relativ gut verkraften.
Wer einen Kamin oder Ofen besitzt, kann einen Gas-Ausfall noch relativ gut verkraften. © Silas Stein/dpa

Die Gastarife steigen: Damit gibt es eine höhere Nachfrage im Kreis nach Brennholz.

Werra-Meißner – Die Nachfrage nach Brennholz ist im Werra-Meißner-Kreis stark angestiegen. Laut Jörg van der Heide, Abteilungsleiter für Forstbetrieb und Dienstleistungen von Hessen Forst, könne man die aktuell noch sehr stark auf Buchenholz ausgerichtete Nachfrage voraussichtlich nicht vollständig abdecken.

Durch die steigenden Öl- und Gaspreise versuchen viele Leute mehr Brennholz zu ergattern, um mehr oder teilweise fast ausschließlich mit Brennholz zu heizen.

Ununterbrochen klingelt es bei Holzunternehmerin Franziska Gottschalk am Telefon: „In den ersten drei Tagen im August haben wir schon das ganze Kontingent für den Monat verkauft.“

Damit möglichst viele Personen Brennholz bekommen, verkaufte die Firma Gottschalk höchsten sechs Schüttmeter an einen Haushalt. Seit letzer Woche sei das Brennholz für dieses Jahr ausverkauft.

In den Baumärkten im Werra-Meißner-Kreis ist auch die Nachfrage nach Brennholz und anderen Brennartikel stark gestiegen. So werde seit den steigenden Energiepreisen laut Oliver Heindorf Geschäftsführer des Hagebaumarkts in Bad Sooden-Allendorf vermehrt auch Kohle und Holzpellets gekauft. Die Nachfrage nach Brennholz sei seit der Energiekrise im Baumarkt um 80 Prozent gestiegen.

Kunden müsse er manchmal für ein oder zwei Wochen vertrösten, doch spätestens dann wäre das Brennholz da. Den zusätzlichen Bedarf könne der Baumarkt bis jetzt laut Oliver Heindorf zufriedenstellen.

Steigende Nachfrage führt zu steigende Preise. So liegt aktuell der Preis für die Buche laut Jörg van der Heide bei mindestens 85 Euro pro Festmeter, Laubholz zwischen 75-80 Euro und für Nadelholz bei knapp 70 Euro. Im Vergleich zum vorigen Jahr seien die Preise um 20-30 Euro gestiegen.

Das Interesse beziehe sich in der Regel laut Jörg van der Heide auf bereits getrocknetes Holz. Die jetzt nachgefragten Mengen hätten bereits vor zwei Jahren disponiert werden müssen. Der Bedarf sei jedoch erst im Laufe der letzten Monate stark angestiegen. (zwo)

Mögliche Lösung: Abkehr vom Buchenholz?

„Wir müssen uns bei der Mengenbereitstellung an der Nachhaltigkeit und den waldbaulichen Rahmenbedingungen, insbesondere der Vitalität der Waldbestände orientieren“, erklärt Jörg van der Heide. Die Holznutzung sei damit begrenzt, insbesondere bei der Buche. Wenn die Kunden bereit wären, - wie im Alpenraum und Skandinavien üblich - auch mit Nadelholz zu heizen, könne sich die Lage entspannen. Relativ trockenes Fichten-Käferholz stehe noch zur Verfügung. (zwo)

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