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Geschäftsführer Rolf Eckhardt (Stellenwert) geht in den Ruhestand

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Von: Kristin Weber

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Geschäftsführer Rolf Eckhardt (Stellenwert) geht in den Ruhestand
Geschäftsführer Rolf Eckhardt (Stellenwert) geht in den Ruhestand © Kristin Weber

Eschwege – Rolf Eckhardt, Geschäftsführer der Stellenwert GmbH sowie Leiter der Gemeinnützigen Werkstätten Eschwege, geht in Ruhestand. Feierlich wurde der verdiente Mann nun verabschiedet.

Er sei ein Cowboy, der aus der Hüfte schießt, ein Netzwerker, der überall jemanden kennt, ein bunter Hund, ein feiner Kerl, einer von der schnellen Truppe, der keine Probleme sieht, sondern immer nur in Lösungen denkt, der seinen Job mit Herzblut macht und mit dem alle gut zusammenarbeiten können. Rolf Eckhardt, Geschäftsführer der Stellenwert GmbH sowie Leiter der Gemeinnützigen Werkstätten Eschwege, geht in Ruhestand. Aber schon allein die Überschriften, mit denen seine Vorstände im Verein Aufwind, seine Kollegen und die Werkstattbesucher ihn zur Verabschiedung beschrieben, zeigten: Im Verein Aufwind lassen sie diesen Mann nach 24 Jahren nur äußerst ungern gehen. „Seit über zwei Jahrzehnten bist du ein Motor, der Projekte anschiebt“, sagten die Vorstände Andrea Röth und Hartmut Kleiber. „Du hast immer schnelle Lösungen für alles gefunden, das zeichnet dich aus.“

25 Jahre hatte Rolf Eckhardt als Feinmechaniker bei Stiebel Eltron gearbeitet, bevor er noch einmal etwas anderes ausprobieren wollte und auf die andere Straßenseite, in die GWE des Vereins Aufwind, wechselte. „Wir wollten die Werkstatt industrieorientiert aufbauen“, sagte der ehemalige Vorstand Matthäus Mihm. „Da hat dein Wissen genau gepasst, und wir wussten, du kümmerst dich um die Leute, denn du hast den Menschen mit seelischer Behinderung gegenüber genau die richtige Empathie.“

Dörfliche Nahversorgung

Jahre später fuhren der Feinmechaniker Eckhardt und der „Sozialheini“ Mihm zusammen über die Dörfer im Kreis und wollten kleine Läden einrichten für die dörfliche Nahversorgung. Die Stellenwert GmbH wurde als Inklusionsbetrieb gegründet, in dem Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz finden konnten. „Wir mussten überlegen, wie man das hinbekommt, dass aus einer verrückten Idee ein nachhaltiges Projekt entsteht“, sagte Mihm. „Aber es hat Spaß gemacht, denn du bist ein Entscheider.“ Bis heute laufen sieben Läden erfolgreich.

Noch ein erfolgreiches Projekt: Das „Gastwerk“ in Witzenhausen. „Das Bistro, das an die integrierten Betriebsstätten Witzenhausen angeschlossen war, lief sogar so erfolgreich und mit so viel Zuspruch bei den Gästen, dass die Mitarbeiter, die ja eigentlich etwas mehr Schutz an ihrem Arbeitsplatz brauchen, dem Erfolg nicht mehr gewachsen waren“, sagte Hartmut Kleiber. „Der Treffpunkt war zu beliebt, deshalb musste er zum Schutz der Klienten leider geschlossen werden.“ Aber alle Mitarbeiter haben einen neuen Platz innerhalb des Vereins gefunden.

Blumen zum Abschied

Blumen zum Abschied gab es auch vom Werkstattrat und den Frauenbeauftragten der GWE. Frank Reinbold, Erika Otto und Marlies Ibold vertreten die Werkstattbesucher und zeigten sich ebenso traurig, dass ihr Chef nun in Rente geht. „Sie können ja immer mal wieder vorbeikommen“, sagten sie. Die Leitung der Werkstätten übernimmt nun Andreas Galle. „Du hast immer alle mit auf den Weg genommen“, sagte er. In diesem Geist wollen die Werkstätten weitermachen.

Rolf Eckhardt bedankte sich im Garten der GWE bei allen, die zu seinem Abschied gekommen waren, bei Kollegen und Vorständen: „Man muss auch das Vertrauen bekommen, dass man sich seinen Arbeitsplatz so gestalten kann, wie es nötig ist. Dabei habe ich immer die beste Unterstützung bekommen.“ Auch von den Beschäftigten der Werkstätten habe er etwas gelernt: Immer demütig und bescheiden zu sein.

Von Kristin Weber

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