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Nicht für jedermann: Kay Ray liefert eine kontrovers-mitreißende Show im E-Werk

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Kay Ray bei seinem Auftritt im E-Werk Eschwege.
„Man kann über alles lachen müssen“: Kay Ray bei seinem Auftritt im E-Werk Eschwege. © Lorenz Schöggl

„Man muss nicht über alles lachen können, aber man kann über alles lachen müssen“: Ganz im Sinne dieses Leitmottos bleibt Kay Ray seinem durchaus umstrittenen Ruf treu, etablierte Grenzen provokant-demonstrativ zu überschreiten.

Freitagabend überzeugte er im E-Werk beim Arbeitskreis Open Flair mit seinem kreativ-unikalen Charakter langjährige Stammgäste aller Altersklassen – Volljährigkeit vorausgesetzt.

Jeder bekommt sein Fett weg

Politisch korrekte Passagen? Fehlanzeige. Sinti und Roma, Behinderte, Nazis, Kommunisten, Ossis und Wessis, Juden, Muslime und ganz besonders Hetero- und Homosexuelle: Jeder bekommt hier sein Fett weg – ganz zu schweigen von katholischen Priestern. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, berichtet Kay Ray aus seinem Alltag, den Weiten des Internets und seinen eigenen Erfahrungen. Der bisexuelle Provokateur, der in einigen Regionen bereits gerichtlich verboten wurde, ist inzwischen Familienvater und mit einer Frau verheiratet. Ins Rampenlicht rückt er seine homosexuelle Vergangenheit und zögert nicht, im Publikum Haare zu kraulen und Drinks zu spendieren.

Keine Tabus auf der Bühne

Dem Publikum kommt er nicht selten gefährlich nahe und dürfte dem ein oder anderen auf die Füße getreten haben – doch darauf muss man vorbereitet sein, wenn man seine Show besucht. Bemerkenswert schweift er regelmäßig von seinem Konzept ab und greift auf, was die Zuschauer anbieten.

Kay Ray ist ein Meister des Smalltalks, der kaum einen festen Plan und niemals Tabus kennt: „Was ist besser als eine Goldmedaille bei den Paralympics? Laufen“. Gründe, um sich zu empören, gibt es genügend; sowohl im privaten als auch in der Öffentlichkeit sind seine Sprüche deplatziert. Doch auf der Kleinkunstbühne steht das Programm für sich. Kay Ray spricht aus, was niemand denkt.

Skurrile Gesangseinlagen

Unter dem farbenprächtigen Jackett steckt ein politisches Pulverfass, doch das kreative und unvoreingenommene Auge erkennt: Sein Konzept selbst ist Kunst. Ein spitzzüngiges Arrangement aus Tabus, das ethische Grenzen pointiert. Seine Markenzeichen sind dabei neben skurrilen Gesangseinlagen Fotos und Videos, die er spontan auf der Bühne einblendet. Er jongliert dabei mit einem Repertoire, das die Dimensionen des Bühnenreifen sprengt und die Grenze zur Pornografie nicht scheut, denn nicht selten ist auch das „Filetstück eines Mannes“ zu sehen.  

Von Lorenz Schöggl

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