Auch der fünfjährige Tristan Schäfer hob beim Pfingstfliegen in Hessisch Lichtenau ab

Erkenntnisse aus der Luft

Nachwuchs im Flieger: Segelflugpilot Sebastian Brögger hebt Tristan Schäfer in das Flugzeug, beobachtet von Papa Jörg und Christoph Engelke. Foto: zlr

Hessisch Lichtenau. Den niedrigen Wolken und dem Wind aus Nordost hatte es Tristan Schäfer am Sonntag beim Lichtenauer Pfingstfliegen zu verdanken, dass er sogar ein Schnellrestaurant bei seinem Rundflug über das Stadtgebiet aus der Luft ausmachte.

„Das hast du wohl erkannt“, staunte Flugleiter Julian Vey vom Lichtenauer Luftsportverein, als der siebenjährige Tristan nach seiner Landung auf die Frage nach dem schönsten Moment seines Fluges antwortete: „Als wir über McDonalds geflogen sind!“ Normalerweise haben die Fluggäste durch die ungewohnte Perspektive aus der Luft Orientierungsprobleme, wunderte sich Vey über die Fähigkeiten des Dreikäsehochs, der beim Überfliegen des Fastfood-Anbieters so viel Appetit auf Pommes Frites bekam, dass er zurück auf dem Flugfeld gleich eine Portion verdrückte.

Möglich, dass auch die geringeren Flughöhen zum besseren Überblick beigetragen haben. Und dass es in diesem Jahr nicht ganz so hoch hinausging, lag hauptsächlich an der Windrichtung Nordost. Die ließ die Ausklinkhöhe an dem 800 Meter langen Schleppseil für die Segler auf 300 bis 400 Meter schrumpfen. Obwohl die thermischen Bedingungen nach kalter Nacht und diesigem Morgen mit Sonnenschein ab 10.30 Uhr durchaus größere Höhen möglich gemacht hätten, sorgte die niedrige Wolkendecke für eine natürliche Barriere nach oben, denn für die Segelflugpiloten hat ein Spruch oberste Priorität: Flieg nie in eine Wolke rein, es könnt schon einer drinnen sein.

Mit Ausnahme des Motorseglers des Lichtenauer Luftsportvereins und dem Ultraleichtflugzeug aus Hofgeismar gingen diesmal die Freunde des Motorfluges leer aus. Eine neue Richtlinie des Bundesverkehrsministeriums erlaubt derzeit nur Berufspiloten, Gastflüge bei Flugtagen vorzunehmen. Vey hofft bis zum Pfingstfliegen 2014 auf eine neue Regelung, die den Luftsportvereinen dann auch wieder motorisierte Flüge mit Gästen an Bord gestattet. Auch ohne die Motormaschinen herrschte den ganzen Tag über reger Flugbetrieb mit Starts und Landungen in dichter Folge. Johannes Quaas und Dirk Bernhardt nutzten die Ruhe vom Motorenlärm und moderierten das Geschehen auf dem Fluggelände an der Hopfelder Straße, wo die Mitglieder des Lichtenauer Luftsportvereins dank des großen Zuspruchs aus der Bevölkerung bis in den späten Nachmittag hinein alle Hände voll zu tun hatten. (zlr)

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