Erntefest: Pfadfinder und Konfirmanden helfen bei Birken-Ernte für Häuserschmuck

Freiwilliger Einsatz im Wald: Gestern zogen die Pfadfinder vom Stamm Mittelerde die frisch geschlagenen Birkenbäumchen am Ottersbach aus dem Wald, damit sie aufgeladen werden konnten. Unser Bild zeigt (von links) Stammesleiter Robin Zindl, Phillip Keydel, Lasse Thormann, Simon Franz, Heiko Keydel, Stina-Lotta Küllmer, Johannes Herrmann, Christian Brandt und Finn Thormann. Foto: Forbert

Bad Sooden-Allendorf. Damit zum Erntefest in der Badestadt alle Straßen auch nach altem Brauch perfekt geschmückt sind, müssen Birkenbäumchen vor den Häusern stehen. Die Büsche werden erst kurz vorher noch frisch geschlagen.

Doch was früher der städtische Bauhof im Alleingang erledigte, funktioniert angesichts personell ausgedünnter Mitarbeiter-Riege seit wenigen Jahren nur noch, weil die Konfirmanden der St.-Crucis-Kirchengemeinde und die Pfadfinder der Stadt tatkräftig mit anpacken. Die beiden Gruppen haben sich den zweitägigen Einsatz im Wald aufgeteilt.

Am gestrigen Donnerstag waren ab dem Vormittag neun Pfadfinder vom Stamm Mittelerde im Gebiet am Ottersbach zwischen Kammerbach und Dudenrode dabei, rund 1200 Birkenbüsche aus der Schonung zu ziehen. Die Bauhof-Mitarbeiter Alfred Dettelbach und Edgar Frommer hatten die dünnen Stämme kurz zuvor mit der Heppe, eine Art Schlagmesser, gefällt.

Die Anpflanzung war dem Bauhof zuvor vom Revierleiter für die Birkenernte vorgeschlagen worden. Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Forstamt Hessisch Lichtenau gab es bislang noch jedes Jahr die Möglichkeit, das für den Hausschmuck so begehrte Grün zu beschaffen. Auch wenn man, wie sich Vorarbeiter Uwe Martin erinnert, auch schon mal bis nach Fürstenhagen und sogar Melsungen fahren musste. Zur Not, auch das gab es schon, wurde der sonst auf 2400 bis 2500 Stämmchen eingeplante Schmuck limitiert: Für jedes Haus gab es drei Stück - zwei für die Haustür und eins für eine Hausecke.

Weniger „Wildwuchs“

Doch leichter wird das Beschaffen in Zukunft wohl nicht, da der intensive Nutzung der Wälder dem „Wildwuchs“ wenig Platz lässt.

Seit 2012 helfen die Badestädter Pfadfinder nun schon beim Ziehen der Birken, zum dritten Mal machen die Allendörfer Konfirmanden mit. Heute Vormittag sind wieder sie im Einsatz.

Gestern wie heute Nachmittag fährt dann der Bauhof mit Traktor und Anhänger durch die Straßen und verteilt die Birken-Ernte gerade noch rechtzeitig vor Beginn des Altstadttrubels, damit die Allendörfer ihre Häuser mit Büschen schmücken können. Das ist für viele sehr wichtig, weiß Uwe Martin: Manche seien mit eineinhalb Meter langen Maien zufrieden, anderen aber reichten nicht einmal zwei Meter.

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