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Werkstatt für junge Menschen bereitet Jugendliche auf Lebenskrisen vor

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Von: Tobias Stück

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Lösungen aufzeigen: Sozialpädagogin Sarah Malzfeld vom Verein „Irrsinnig menschlich“ erarbeitet mit den Kollegen die Probleme der Jugendlichen und wie sie damit umgehen können.
Lösungen aufzeigen: Sozialpädagogin Sarah Malzfeld vom Verein „Irrsinnig menschlich“ erarbeitet mit den Kollegen die Probleme der Jugendlichen und wie sie damit umgehen können. © Foto: Martin Dinkel/nh

Eschwege – Erwachsen werden ist einer der schwierigsten Lebensabschnitte überhaupt. So viel Neues prasselt auf die jungen Menschen ein. Die einen gehen ganz selbstverständlich damit um, andere bekommen bei so vielen Herausforderungen Sorgen und Ängste, die sich auch auf die Seele niederschlagen können.

Die Teilnehmer der berufsvorbereitenden Maßnahme AQUA der Werkstatt für junge Menschen haben für diesen Lebensabschnitt jetzt Unterstützung bekommen.

„Viele für die weitere Lebensplanung ganz bedeutende Entscheidungen müssen die jungen Erwachsenen gerade fällen“, sagt Projektleiter Martin Dinkel. Der Schulabschluss muss gemeistert, ein geeigneter Ausbildungsplatz gefunden werden, die Ablösung vom Elternhaus steht an, erste Erfahrungen mit Freundschaften oder Partnerschaften mit allen sowohl positiven wie negativen Randerscheinungen müssen bewältigt werden. „Es ist kein Wunder, dass viele Jugendliche mit der Vielzahl von Problemen dieser Zeit zum Teil überfordert sind und keine adäquaten Lösungen oder Hilfen finden können“, sagt Dinkel. Nicht wenige Jugendliche leben in schwierigen Verhältnissen, erleben Armut, Gewalt oder sogar Krieg oder haben enge Angehörige verloren.

Als Folge treten bei vielen betroffenen Jugendlichen psychische Erkrankungen auf. „Sie flüchten sich in Scheinlösungen wie Drogenkonsum oder anderes Suchtverhalten, in Rückzug- oder Vermeidungsverhalten wie Schulabsentismus oder Krankfeiern oder rutschen sogar in die Kriminalität ab oder sind suizidgefährdet“, sagt Sozialpädagogin Sarah Malzfeld vom Team Werra-Meissner des Vereines „Irrsinnig menschlich“ .

Unterstützung mit Workshop

Zusammen mit Teamer Peter und FOS-Praktikant Thorben Labrenz unterstützt sie jetzt die Jugendlichen mit einem Workshop. Hier wurden Fragen behandelt wie: Wie denken Jugendliche über seelische Gesundheit? Womit haben Jugendliche zu kämpfen? Was belastet sie ganz besonders? Wo können sich Betroffene Hilfe oder Unterstützung holen – besonders, wenn kein vertrauter Gesprächspartner zur Verfügung steht? Unter fachkundiger Anleitung und Beratung der beiden Experten wurden hierzu in Kleingruppen Antworten erarbeitet und der Gruppe vorgestellt. Komplettiert wurde das Thema durch die eingehende Schilderung einer persönlichen Lebensgeschichte einer ehemals von einer psychischen Krise betroffenen Person.

Von Tobias Stück

Am Ende zeigten sich die Teilnehmer beeindruckt: „Ich schaue jetzt mit ganz anderen Augen auf das Thema“, sagte einer der Mitwirkenden.
Am Ende zeigten sich die Teilnehmer beeindruckt: „Ich schaue jetzt mit ganz anderen Augen auf das Thema“, sagte einer der Mitwirkenden. © Foto: Martin Dinkel/nh

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