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„Eschwege hilft“ engagiert sich seit sieben Jahren für Menschen

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Eine Halle voller Spenden: Was hier lagert, kommt den Menschen aus der Ukraine und anderen Geflüchteten oder Bedürftigen zugute.
Eine Halle voller Spenden: Was hier lagert, kommt den Menschen aus der Ukraine und anderen Geflüchteten oder Bedürftigen zugute. © Frank Daumann

Seit 2015 sammeln die Mitglieder von „Eschwege hilft“ Spenden, um diese an geflüchtete und bedürftige Menschen zu verteilen. Doch der Verein leistet weit mehr als das.

Eschwege – An der Wendischen Mark 13 in Eschwege, ehemals H. Lilje, befinden sich die Räumlichkeiten der Hilfsorganisation. Durch einen Innenhof führt der Weg zu einer Lagerhalle, in der große Mengen an gespendeten Artikeln darauf warten, verteilt zu werden. Ein an die Halle anschließender Raum wurde zum Supermarkt umfunktioniert, in dem kostengünstig Lebensmittel, Drogerie- und Hygieneartikel sowie elektronische Geräte verkauft werden. Über eine Treppe ist das obere Stockwerk erreichbar, in dem ein Laden für Kleidung eingerichtet wurde. Ebenfalls dort entsteht gerade eine kleine Werkstatt, in der beispielsweise elektronische Geräte auf ihre Tauglichkeit geprüft werden.

Karl Montag ist einer der Begründer der Initiative. Der ehemalige Polizist ist montags, mittwochs und freitags vor Ort, um zu koordinieren und Fragen zu beantworten. „Wir haben hier Möbel, die zur Einrichtung von Wohnungen bereitgestellt werden, ebenso wie Lebensmittel und Kleidung. Alles, was wir tun, beruht auf Spenden, das heißt, dass auch die finanziellen Mittel durch Privatpersonen und Sammelaktionen gestiftet werden. Davon werden Betriebskosten sowie die Miete gestemmt“, sagt Montag.

Charly Montag
Charly Montag © SPD Eschwege

Die Zahl der aktiven Mitglieder sei in den letzten Monaten angestiegen, sodass mittlerweile rund 40 Personen zu dem Verein gehören. Wurden zu Anfangstagen hauptsächlich Spenden gesammelt, so sind die Tätigkeitsbereiche mittlerweile weitaus vielfältiger geworden. „Der Verein kümmert sich zum Beispiel um die Verständigung mit den Behörden, wenn jemand als Geflüchteter nach Eschwege kommt. Weiterhin helfen wir bei der Wohnungssuche ebenso wie bei der Orientierung in der Stadt. Außerdem haben wir Begrüßungsgelder an ukrainische Geflüchtete verteilt, denn oftmals kommen sie völlig mittellos hier an. Die Stadt und der Kreis müssen definitiv etwas tun, selbst mit den super Mitarbeitern, die wir hier haben, ist es kaum möglich, alles zu bewältigen“, sagt Montag.

Auch wegen der noch anstehenden Flüchtlingswelle aus der Ukraine sei es wichtig, Vorbereitungen zu trefffen, um einen geregelten Ablauf zu gewährleisten. Eine Professionalisierung müsse in diesem Bereich stattfinden und durch Stadt und Kreis gestützt werden, so Montag.

Die Immobilie, in welcher der Verein momentan untergebracht ist, stehe zum Verkauf, weswegen nach neuen Örtlichkeiten gesucht würde. Etwa 500 Quadratmeter Fläche seien nötig, um alles unterzubringen und denjenigen Menschen, die Hilfe brauchen, weiterhin einen Anlaufpunkt zu bieten.

„Es sind nicht nur Geflüchtete, die zu uns kommen. Es gibt viele Menschen, die froh sind, dass sie bei uns Unterstützung finden und günstig einkaufen können. Solange wir Spenden erhalten, machen wir auch weiter. Also vielen Dank an alle, die den Verein unterstützen, seien es diejenigen, die etwas spenden, oder unsere Mitarbeiter, die ihr Bestes geben, um die Welt ein wenig besser zu machen“, sagt Montag.

Informationen: Wer etwas spenden oder sich über die Tätigkeiten und Aktionen von „Eschwege hilft“ informieren möchte, erreicht den Verein unter der Telefonnummer 01 70/ 8 86 61 46 oder per E-Mail: eschwegehilft@gmx.de. (Marius Gogolla)

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