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„Eschwege hilft“ zieht in frühere Brauereiverwaltung

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Von: Tobias Stück

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Mietvertrag unterschrieben: Ulrich Klesper (von links), Frank Daumann, Christian Flender und Karl Montag.
Mietvertrag unterschrieben: Ulrich Klesper (von links), Frank Daumann, Christian Flender und Karl Montag. © Tobias Stück

Mietvertrag für fünf Jahre unterschrieben – Für Publikum ab Februar wieder geöffnet.

Eschwege – In den ehemaligen Verwaltungsräumen der Eschweger Klosterbrauerei kann man Geschichte förmlich atmen. Die Räume haben sich den Charme der 1970er-Jahre bewahrt. Der Empfang besteht aus einem riesigen Glaskasten. Die Wände und Decken sind mit dunklen Hölzern vertäfelt. Eine Steintreppe führt ins Obergeschoss, wo einst Jakob Ernst Andreas die Geschicke der Brauerei lenkte. Seit 19 Jahren stehen diese geschichtsträchtigen Räume aber leer – bis gestern Karl Montag, Frank Daumann und Ulrich Klesper den Mietvertrag für eine Nachnutzung unterschrieben haben.

Jetzt ist es amtlich, dass „Eschwege hilft“ in den nächsten fünf Jahren die ehemaligen Verwaltungsräume der Eschweger Klosterbrauerei nutzen wird. Nach dem Start 2017 im ehemaligen Helco-Supermakt und einem Intermezzo bei Lilje soll dieses Domizil jetzt länger Bestand haben. „Wir sind froh, einen festen Platz gefunden zu haben, und dass es jetzt weitergeht“, sagt Vorstand Karl Montag nach der Vertragsunterzeichnung. Auch unter den ehrenamtlichen Helfern habe sich eine Verdrossenheit wegen der unklaren Zukunft breitgemacht. Jetzt seien alle wieder motiviert und blickten zuversichtlich in die Zukunft des Vereins.

Seit Dezember bereiten die Mitglieder und Helfer den Umzug vor. Knapp 500 Quadratmeter stehen dem Verein jetzt zur Verfügung. Aufgrund der Vielzahl der Hilfsgüter wird es fast schon wieder eng. Mehr Platz ist in dem ehemaligen Verwaltungstrakt aber nicht mehr zur Verfügung. In dem ehemaligen Empfang und Expedition am Eingang wurde ein kleines Büro und Anlaufstelle eingerichtet. Im Erdgeschoss wurden die Zwischenwände entfernt, um einen großen Raum zu erhalten. Hier werden jetzt ebenerdig Möbel gelagert. Im Obergeschoss wurde die Kleiderkammer aufgebaut. Hilfreich sind hier die ehemaligen Einbauschränke, in denen über Jahrzehnte Akten gestanden haben. Bedürftige aus Eschwege und Umgebung können hier jetzt übersichtlich zu den Öffnungszeiten am Mittwoch- und Freitagnachmittag stöbern.

Anliefern können Spender ebenfalls am Mittwoch- und Freitagnachmittag von 15 bis 17 Uhr. Der Brauereihof, auf dem früher Pferdefuhrwerke und große Lkw rangierten, ist gut zu erreichen. Spenden werden inzwischen nur noch hier entgegengenommen. Auch ein Altkleidercontainer soll dort aufgestellt werden.

Die Klosterbrauerei hat mit der jüngsten Vermietung alle leer stehenden Räumlichkeiten vergeben. Nebenan hat die Markthalle des Kreisbauernverbands im Sommer ihren Betrieb aufgenommen. Bier wird hier ohnehin gebraut. „Es ist wieder mehr Leben auf dem Hof“, sagt Klesper, nachdem die Brauereiverwaltung 2004 an die Thüringer Straße gezogen war. Lokale Lebensmittelvermarktung und karitative Hilfe vor Ort passten sehr gut zu der regionalen Brauerei. (Tobias Stück)

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