Vor der Wahl

Eschwege im Porträt - Das sind die Positionen der Spitzenkandidaten

Malerisch gelegen: Direkt an der Werra schmiegt sich Eschwege mit historischer Altstadt und nahezu 1000 Fachwerkhäusern in der Innenstadt in das Eschweger Becken ein.
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Malerisch gelegen: Direkt an der Werra schmiegt sich Eschwege mit historischer Altstadt und nahezu 1000 Fachwerkhäusern in der Innenstadt in das Eschweger Becken ein.

Vor der Kommunalwahl am 14. März porträtieren wir alle elf Kommunen unseres Verbreitungsgebiets und den Werra-Meißner-Kreis. Heute: die Kreisstadt Eschwege.

Eschwege – Als Kreisstadt und Mittelzentrum hat Eschwege eine ganz besondere Rolle in der Region. Eschwege ist der zentrale Ort im Werra-Meißner-Kreis – und nicht nur da.

Von jeher ist das nahe Eichsfeld und Westthüringen wirtschaftlich mit Eschwege eng verbunden. Das hat auch der fast 40 Jahre geschlossene Eiserne Vorhang nicht ändern können. Neben den knapp 20 000 Einwohnern profitieren rund 100 000 Menschen aus dem Umland vom infrastrukturellen und kulturellen Angebot der Kreisstadt. Trotz von Einheimischen oft anders lautender Meinung: Eschwege wird von Handelsexperten als Einkaufsstadt mit einem breiten Sortiment gesehen. Für eine Stadt dieser Größe ist das Angebot außergewöhnlich gut. Die Einzelhandelszentralität, der Index, wie viele Kunden pro Einwohner nach Eschwege zum Einkaufen kommen, ist eine der höchsten in Nordhessen.

Die medizinische Versorgung mit Klinikum und niedergelassenen Medizinern nahezu aller Fachrichtungen ist gut. Die sieben Stadtteile und die Nachbargemeinden sind über den öffentlichen Personennahverkehr in enger Taktung angebunden. Über den zentrumsnahen Stadtbahnhof findet Eschwege Anbindung an den überregionalen Zugverkehr.

Die touristischen Bemühungen wurden in den vergangenen Jahren verstärkt. Ein großes Hotel ist nach der Schließung des Schloss-Hotels und Werotel nach wie vor nicht vorhanden. Für Rückschläge sorgt immer wieder der Werratalsee. Die Ausbreitung von Cyanobakterien macht Baden in den heißen Monaten Juli und August oft unmöglich. Eine Lösung könnte eine Wasserstandsanhebung sein.

Eschwege ist weit über die Kreisgrenzen hinaus für eine Veranstaltung bekannt: Das Open Flair lockt im August – falls keine Pandemie dazwischenkommt – 20 000 Menschen aus ganz Deutschland und den Nachbarländern in die Festivalstadt. Auch das Johannisfest zieht Anfang Juli Tausende Menschen – insbesondere Ehemalige – nach Eschwege zurück.

Das sagen die Spitzenkandidaten

Alexander Heppe, CDU.

Alexander Heppe (CDU)

Im Themenpapier für die Kommunalwahl sind Entwicklungsflächen für Gewerbe und modernes Wohnen oberstes Ziel. Auch für die Stadtteile. Nachhaltigkeit soll die Grundlage aller Maßnahmen sein. Ein städtisches Förderprogramm für den Erhalt der Fachwerkhäuser ist geplant. Kindergärten und Spielplätze sollen modernisiert, Anwohnerparken eingeführt und mehr Kreisverkehre umgesetzt werden. Die Stadtbusse will die CDU auf Elektro- oder Wasserstoffantrieb umstellen.

Markus Claus, SPD.

Markus Claus (SPD)

Lokale Ausbildungsplätze in zukunftsfähigen Berufen und eine Hochschule sollen geschaffen werden. Die Kitas und Schulen sollen mit lokalen Projektangeboten unterstützt werden. Für die Innenstadt denkt die SPD an einen offenen, generationsübergreifenden Treffpunkt. Eine Stabsstelle soll klimarelevanten Themen bearbeiten, private und genossenschaftliche Projekte zum Klimaschutz werden unterstützt. Das Ehrenamt wird weiterentwickelt, die Verwaltung bürgernäher. 

Lukas Sennhenn, Die Grünen

Lukas Sennhenn (Die Grünen)

Die nachhaltige Stadtentwicklung unter klaren ökologischen und sozialen Aspekten ist die Leitschnur ihres kommunalpolitisches Handeln. Die Vision der Grünen ist ein klimaneutrales Eschwege. Dazu gehört eine begrünte Innenstadt. Die Förderung des Radverkehrs steht an erster Stelle. Eine qualitativ sehr gute Kinderbetreuung und passgenauer, hochwertiger Wohnraum für alle Generationen sind ein Kernanliegen. Die Kunst- und Kulturszene soll ausgebaut werden.

Jutta Thiele, FDP

Jutta Thiele (FDP)

Die FDP setzt sich für ein digitales Bürgerportal ein, über das man Vorschläge einbringen kann. Schulen sollen digitaler werden, einkommensschwache Schüler mit Endgeräten ausgestattet werden. Bestehende Strukturen sollen auf den wirtschaftlichen Prüfstand gestellt werden. Haushaltsplanungen sollen mit Blick auf die nächste Generation getätigt werden. Aufforstung, der Schutz des Trinkwassers und Wasserstofftankstellen in Eschwege sind die Ideen für Wald und Umwelt. 

Bernhard Gassmann, Die Linke

Bernhard Gassmann (Die Linke)

Die Linke fordert, in der Eschweger Innenstadt Erlebniszonen mit Spielgeräten und Sitzgelegenheiten aufzubauen, um die Einkaufsstadt aufzuwerten. Das Erfolgsmodell Stadtbus soll für alle Eschweger kostenlos zur Verfügung stehen. Arbeits- und Gesundheitsschutz müsse höchste Priorität haben. Außerdem fordert die Linke von der Stadt Eschwege ein Konzept für den Bau einer Brücke über den Werraarm am großen Wehr. So sollen Werdchen und Werratalsee verbunden werden. 

Patricia Hölzel, FWG

Patricia Hölzel (FWG)

Mehr Angebote für Handel und Touristik: Die FWG fordert, dass Stadtmarketing und Tourismus Chefsache werden. Gute und gebührenfreie Bildung soll ab dem 1. Lebensjahr möglich sein. Freizeitangebote für Familien sollen verbessert und ausgebaut werden. Eine lokale und nachhaltige Energieversorgung wird von den Freien Wählern unterstützt, der Suedlink abgelehnt. Unternehmen sollen angesiedelt werden. Die FWG unterstützt dabei alle Maßnahmen des Umwelt- und Klimaschutzes.

(Tobias Stück)

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