Servicepersonal stark betroffen

640 Minijobs im Werra-Meißner-Kreis abgebaut: Pandemie sorgt für Einbruch

Gastgewerbe
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Symbolild: Pandemie sorgt für Einbruch – Servicepersonal stark betroffen

Servicepersonal stark betroffen: Durch die Pandemie mit mehreren Lockdowns sind Hunderte Minijobs auf 450-Euro-Basis im Werra-Meißner-Kreis weggebrochen

Werra-Meißner – Durch die Pandemie mit mehreren Lockdowns sind Hunderte Minijobs auf 450-Euro-Basis im Werra-Meißner-Kreis weggebrochen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) spricht von einem Einbruch um 8,3 Prozent. Besonders Beschäftigte in der Gastronomie waren von dem Stellenabbau betroffen. Der DGB-Kreisverband Werra-Meißner fordert eine Abschaffung des „Systems Minijob“.

Ende 2020 gab es im Werra-Meißner-Kreis nach Angaben der Arbeitsagentur 7092 Minijobs. Das sind 641 weniger als im Jahr davor. Vor allem im Gastgewerbe ist die Zahl der Minijobs eingebrochen. Statistisch gingen 32,8 Prozent dieser Stellen verloren. Minijobber seien die ersten gewesen, die vor die Tür gesetzt wurden, als die Restaurants, die Läden und die Schulen dicht machen mussten. Da geringfügig Beschäftigte von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen sind, erhalten sie weder Kurzarbeiter-, noch Arbeitslosengeld, beklagt Anja Neumann, die DGB-Kreisverbandsvorsitzende Werra-Meißner. Vielen bliebe nur die viel zu niedrigen Leistungen der Grundsicherung. „Minijobs sind ein Relikt früherer Zeiten und müssen daher dringend reformiert werden“, fordert die Gewerkschafterin. Sie plädiert für eine Umwandlung aller Minijobs in sozial abgesicherte Beschäftigung.

Diese Position sei ideologisch, verantwortungslos und verkennt nicht nur die wirtschaftliche Realität, sondern auch die Wünsche von Arbeitnehmern, heißt es in einer Stellungnahme des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga). „In der Freizeit- oder Eventgastronomie muss sehr flexibel auf Stoßzeiten reagiert werden“, sagt Sandra Warden (Dehoga). Für solche Nachfragespitzen seien die Minijobber unerlässlich. Für ungelernte Kräfte könnten Minijobs eine Brücke in den Beruf darstellen. Insbesondere hingen viele Betriebe von der dringend benötigten Flexibilität ab.

Die Agentur für Arbeit gibt Minijobbern Hilfestellungen, die geringfügige Beschäftigung in einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz umzuwandeln. Wegen geringerer Sozialabgaben entstehen Arbeitgebern anschließend geringere Kosten.

Von Tobias Stück

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