Ab 50 Jahren regelmäßig zur Vorsorge

Darm-Tag: Chefarzt am Klinikum Eschwege, Dr. Samed Said, zum Thema Darmkrebsprävention

Foto: christian klose/DPA
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Ein flaues Gefühl im Magen, Schwanken zwischen Verstopfung und Durchfall sind erste Alarmzeichen, wenn es um den Darm geht.

Internationaler Darm-Tag. wir sprachen mit Dr. Samer Said, Chefarzt der Abteilung Gastroenterologie am Klinikum Werra-Meißner, über das Thema Darmkrebsvorsorge unterhalten.

Werra-Meißner – Am heutigen Sonntag, 7. November, ist der internationale Darm-Tag. Weil Darmkrebs eine der am meisten verbreiteten Krebserkrankungen unter der deutschen Bevölkerung ist, haben wir uns mit Dr. Samer Said, Chefarzt der Abteilung Gastroenterologie am Klinikum Werra-Meißner, über das Thema Darmkrebsvorsorge unterhalten. Denn: Wer sich rechtzeitig und regelmäßig untersuchen lässt, kann das Krebs-Risiko erheblich senken.

Die Darmspiegelung

Die beste und verlässlichste Möglichkeit ist dabei die Darmspiegelung, die für Dr. Said und sein Team im Klinikum Alltag ist. Der Arzt führt dazu ein Endoskop durch das Rektum ein, um den Dünn- und den Dickdarm zu untersuchen. „Wenn wir Vorstufen von Krebs oder Polypen entdecken, können wir diese entfernen. Zudem werden die Gewebeproben im Labor untersucht“, erklärt Dr. Said.

Über die Jahre könnte sich, so Said, aus so einem Befund Darmkrebs entwickeln. „Deswegen ist die Vorsorge so wichtig. Die Entwicklung zum Krebs kann bis zu zehn Jahren dauern. Wenn wir dies frühzeitig erkennen, verhindern wir eine sehr unangenehme Krebsbehandlung“, sagt der Arzt. Denn die Symptome spüren die Betroffenen meistens erst sehr spät.

Zudem sei die Darmspiegelung eine sehr schonende Untersuchung mit wenigen Nebenwirkungen. „Man bekommt eine Spritze und schläft während der Untersuchung. Das einzig wirklich Unangenehme ist die Darmleerung mit Abführmittel vor der Untersuchung“, erklärt der Mediziner.

Der richtige Zeitpunkt

Ab einem Alter von 50 Jahren steigt laut Said das Darmkrebs-Risiko erwiesenermaßen an. Deshalb empfehlen Experten, ab diesem Alter wenigstens alle zehn Jahre eine Vorsorgeuntersuchung durchführen zu lassen. Diese wird übrigens von den Krankenkassen gezahlt. Dieser Untersuchungsrhythmus bezieht sich natürlich nur auf Symptom- und Befundfreiheit.

Wird bei der ersten Vorsorgeuntersuchung etwas Auffälliges wie etwa Polypen gesichtet, wird schon nach weniger Jahren die nächste Darmspiegelung fällig.

Die Alarmzeichen

„Eine medizinische Abklärung sollte zeitnah erfolgen, wenn Blut im Stuhl auftaucht oder ein wechselhaftes Stuhlverhalten vorliegt – also das Schwanken zwischen Verstopfung und Durchfall“, erklärt der Arzt. Stärker gefährdet sind auch diejenigen, bei denen Darmerkrankungen oder Darmkrebs in der Familie liegen. Die Präventionsmöglichkeiten umfassen wie bei fast allen Krebserkrankungen Verzicht auf Rauchen, Reduzierung des Alkoholkonsums, gesunde Ernährung und Sport.

Die Behandlung

Sollte im schlimmsten Fall eine Krebserkrankung vorliegen, so hält das Klinikum Werra-Meißner alle Behandlungsformen wie Chemotherapie und operative Entfernung in der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie vor. In einem interdisziplinären sogenannten Tumorboard würden dann die besten Behandlungsformen für den Patienten gesucht werden. red/salz Foto: klinikum werra-meissner

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