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Bau des Solarparks bei Niederhone hat begonnen – SMA nimmt Strom ab

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Von: Tobias Stück

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Stellten gestern den 4,2 Hektar großen Solarpark der Öffentlichkeit vor: (von links) Christian Schmidt von Knobelsdorf (SMA), Bürgermeister Alexander Heppe, Björn Groß (ESG), Bauleiterin Domenique Diegel und Grundstückseigentümer Dirk Diegel.
Stellten gestern den 4,2 Hektar großen Solarpark der Öffentlichkeit vor: (von links) Christian Schmidt von Knobelsdorf (SMA), Bürgermeister Alexander Heppe, Björn Groß (ESG), Bauleiterin Domenique Diegel und Grundstückseigentümer Dirk Diegel. © Tobias Stück

Der Bau des Solarparks bei Niederhone hat begonnen – SMA nimmt den Strom ab.

Niederhone – Mit dem gestrigen Spatenstich für den Solarpark Sonnenhang ist die aktive Bauphase des Projekts gestartet. 22 Monate Planungs- und Vorbereitungszeit sind damit zu Ende gegangen. Voraussichtlich Ende April/Anfang Mai soll der Solarpark mit 5,75 Megawattpeak Leistung ans Netz gehen und regenerativen Strom erzeugen. Einen Abnehmer hat Investor Energiesysteme Groß (ESG) inzwischen auch gefunden.

Mit seiner Leistung könnte der Solarpark rund 1600 Haushalte mit Strom versorgen. Direkt abnehmen wird den Strom aber das Kasseler Unternehmen SMA – zumindest auf dem Papier. Mit ihnen hat die ESG einen bilateralen Stromliefervertrag vereinbart, ein sogenanntes Power-Purchase-Agreement (PPA).

Niederhone: Ab Mai wird hier Strom produziert

Das ist ein Abkommen, bei dem ein Kraftwerksbetreiber seinen produzierten Strom direkt einem größeren Abnehmer zur Verfügung stellt. „Natürlich wird es nicht der physisch in Niederhone erzeugte Strom sein. Der wird über die Stadtwerke eingespeist“, sagt ESG-Inhaber Björn Groß. Ab Inbetriebnahme des Kraftwerks soll die in Niederhone erzeugte Energie bilanziell zur Stromversorgung der SMA-Gebäude in Niestetal beitragen.

Am SMA-Unternehmenssitz in Niestetal stammt der genutzte Strom bereits seit 2020 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Das neue Abkommen mit dem Partner aus der Region wird rund ein Drittel des Strombezugs von SMA decken.

„Der Vertrag trägt zur langfristigen Absicherung des SMA Grünstromportfolios bei und zahlt direkt auf unsere Nachhaltigkeitsziele ein“, sagt Christian Schmidt von Knobelsdorf, Head of Customer Real Estate Management Excellence bei SMA. Bürgermeister Alexander Heppe lobte, dass dieser Solarpark Sonnenenergie „made in Eschwege“ produziere und die regionale Wertschöpfung durch das PPA anrege. D as Projekt ist eine Idee des Niederhöners Dirk Diegel, gleichzeitig Fachberater für Photovoltaik bei der ESG.

Ab Mai wird in Niederhone Strom produziert

Er hatte ein Flurstück „Am Sonnenhang“ geerbt und die Idee, das Land mit – laut Bodenrichtwerten – überschaubarer Fruchtbarkeit in einen Solarpark umzuwandeln. Seine Tochter Domenique Diegel, ebenfalls bei ESG in Niestetal beschäftigt, hat die Bauleitung des Projekts übernommen. Der Solarpark bei Niederhone sei eine Musteranlage für die Integration in die Natur.

Das 4,2 Hektar große Areal soll doppelt genutzt werden. Neben dem Solarpark wird es weiter bewachsen sein. Zusammen mit dem Geo-Naturpark und dem Projekt „Schaf schafft Landschaft“ wurde eine Beweidung vorgesehen. Außerdem sollen hier Bienenvölker abgestellt werden. Gesucht wird noch ein Imker. „Wir haben in den vergangenen Monaten eng mit der Unteren Naturschutzbehörde zusammengearbeitet“, erklärt Umweltingenieurin Domenique Diegel das Vorgehen der vergangenen Monate. Ausgesät wird eine gebietsspezifische Saatgutmischung für den Bewuchs mit Kräutern und Pflanzen. Dünger und Pflanzenschutzmittel sind tabu.

Der Zaun ist so gebaut, dass Kleinsäuger unten durchkriechen können. Auf dem Gelände werden Steinhaufen, Lerchenfenster und Totholzhaufen angelegt. Außerdem werden Rückzugsräume für bedrohte Arten geschaffen. Für den Wendehals gibt es Nistkästen.

Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von rund drei Millionen Euro. Es kommt nach Angaben der ESG ohne Fördermittel aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetzt (EEG) aus. Das Projekt soll sich nach 20 Jahren amortisiert haben. (Tobias Stück)

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