1500 Euro aus der Aktion Advent

Verein Frauen für Frauen: Kinder sollen weniger von den Sorgen der Mütter mitbekommen

Mit Abstand und Bedacht setzen Sabine Theile und Manuela Kleinwächter Verein Frauen Für Frauen, Frauen für Kinder die 1500 Euro demnächst für ehrenamtliche Übersetzer ein.
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Mit Abstand und Bedacht setzen Sabine Theile und Manuela Kleinwächter Verein Frauen Für Frauen, Frauen für Kinder die 1500 Euro demnächst für ehrenamtliche Übersetzer ein.

Die Aktion Advent richtet sich an Familien und Einzelpersonen, denen es an alltäglichen Dingen mangelt. Die Sonderspende der Werra-Rundschau geht in diesem Jahr u.a. an „Frauen für Frauen“.

Eschwege – Nicht nur Frauen, sondern auch Kinder zu schützen, ist – wie der Name schon sagt – das Ziel des Vereins Frauen für Frauen, Frauen für Kinder. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint: Übersetzer zu engagieren schützt Kinder – insbesondere Kinder von Eltern mit Migrationshintergrund. Warum, das erklären Sabine Theile und Manuela Kleinwächter, die beim Trägerverein angestellt sind.

Die Beratung von Frauen aus anderen Kulturen habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Nach wie vor würden mehr deutsche Frauen beraten werden, weil es hier keine Sprachbarriere gebe, sei das einfacher. Frauen mit Migrationshintergrund würden zu den Beratungen oftmals ihre Kinder mitbringen, die dann übersetzen müssten. „Das darf aber nicht ihre Rolle sein“, sagt Sabine Theile. Kinder bekämen – gerade was häusliche Gewalt betrifft – ohnehin schon zu viel mit, ergänzt Manuela Kleinwächter. Ein Dolmetscher könne hier die Kinder entlasten.

Das ist die Aktion Advent

Seit über 40 Jahren gibt es die von unserer Partnerzeitung HNA ins Leben gerufene Aktion Advent. Ihr Ziel: Bedürftige aus der Region zu unterstützen.  In jedem Jahr startet der Verlag Dierichs den Spendenreigen mit einer Einlage von 25.000 Euro. Anschließend haben die Leser die Möglichkeit zu spenden. Geschäftsleute und Restaurantbesitzer aus unserem Verbreitungsgebiet stellen in der Vorweihnachtszeit zudem unsere Sammeldosen auf und tragen so dazu bei, dass sich die Spendensummen jedes Jahr im mittleren sechsstelligen Bereich befinden. 

Die Spenden werden ohne Abzug von Kosten direkt an die Bedürftigen weitergeleitet. Damit Ihre Spenden an den richtigen Adressen ankommen, arbeiten wir eng mit Sozialämtern und karitativen Einrichtungen zusammen, die uns Bedürftige nennen. Zu ihnen zählen unter anderem Familien, gemeinnützige Einrichtungen und Einzelpersonen, denen es an alltäglichen Dingen wie passender Winterbekleidung und Geld zum Heizen mangelt. Ein großes Augenmerk legen wir auf Kinder. Aus diesem Grund haben wir die Hilfsaktion „Kinder für Nordhessen“ ins Leben gerufen, die unter anderem aus dem Topf der Aktion Advent bedient wird.

Jedes Jahr sucht sich die Werra-Rundschau ein oder zwei Institutionen oder Vereine aus, die sie mit einer Einzelspende aus den Spenden der Aktion Advent besonders bedenkt.

Ehrenamtliche Dolmetscher werden nach Angaben des Vereins aber lediglich mit fünf Euro pro Stunde entschädigt. Bislang gebe es keinen Etat, um die Übersetzer besser zu entlohnen. „Das können wir jetzt mit der Spende aus der Aktion Advent erledigen.“ Birgit Deist, Vorsitzende des Vereins, bedankt sich, dass die WR in diesem Jahr ihren Verein bedacht hat. Außerdem denken sie über die Anschaffung eines Spielgeräts oder einer Tischtennisplatte im Freien nach, um die Mütter ohne die Kinder beraten zu können.

Das leistet der Verein Frauen für Frauen - Frauen für Kinder

Den Verein Frauen für Frauen, Frauen für Kinder gibt es seit 31 Jahren. Der Trägerverein bietet sieben Schwerpunkte.

  • .  Frauenberatungsstelle
  • .  Frauenhaus und Schutzwohnungen
  • .  Beratungsstelle „Allerleirauh“ gegen sexuelle Gewalt an Kindern
  • .  Kindergruppe „Gretel und Hänsel“
  • .  Paarberatung
  • .  Öffentlichkeitsarbeit und Prävention.
  • .  Kulturgruppe

Eine der wichtigsten Einrichtungen ist das Frauenhaus, dessen Örtlichkeit so gut es geht geheim gehalten wird. „Wir haben hier wenige Probleme und wenn dann einen sehr schnellen Kontakt zur Polizei, die uns immer zur Seite steht“, sagt Theile.

Statistik für das Coronajahr

Insgesamt haben 23 Frauen und 26 Kinder hier im vergangenen Jahr Zuflucht gefunden. Hochgerechnet auf die Übernachtungszahlen ergibt sich in dem Coronajahr eine Auslastung von 52 Prozent. In anderen Jahren liegt die Auslastung bei fast 80 Prozent. „Eine Zeit lang durften wir coronabedingt keine Frauen aufnehmen“, berichtet Manuela Kleinwächter. Weiter müssen sie darauf achten, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Deshalb wird das Haus weiter nicht voll belegt sein.

Auch in der Frauenberatung wurden weniger Fälle verzeichnet. 2020 haben 135 Frauen und drei Männer insgesamt 424 Gespräche geführt. 2019 waren es 141 Menschen in 600 Gesprächen. Wenn Pandemie und Lockdown auch nicht zu mehr Frequenz im Frauenhaus und bei den Beratungen geführt haben, so sind in diesem Jahr die schwerwiegenden Fälle zutage getreten. „Einige Frauen haben langjährig aufgestaute Probleme rausgelassen“, sagt Kleinwächter. (Tobias Stück)

Kontakt Frauenhaus: 0 56 51/3 26 65 (24-Stunden Nottelefon)

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