Vor der Wahl

Junge Ideen für Albungen: Im Ortsbeirat wird keiner älter als 40 Jahre sein

Wollen alte Zöpfe abschneiden: Die junge Truppe kandidiert für den Ortsbeirat Albungen, (von links) Anna-Lena Becker, Sebastian Friedrich, Alexander Schilde, Julian Evers und Florian Bangel.
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Wollen alte Zöpfe abschneiden: Die junge Truppe kandidiert für den Ortsbeirat Albungen, (von links) Anna-Lena Becker, Sebastian Friedrich, Alexander Schilde, Julian Evers und Florian Bangel.

Der Ortsbeirat, der sich in Albungen zur Wahl stellt, verspricht viel frischen Wind: So eine junge Truppe hat es noch nie gegeben.

Albungen – So einen jungen Ortsbeirat hat es in Eschwege und seinen Stadtteilen noch nie gegeben. 22, 28, 31 – das Team, das sich rund um Sebastian Friedrich – der mit seinen 40 Jahren schon der Senior des Gremiums werden würde – am 14. März zur Wahl stellt, verspricht allein vom Alter her für viel frischen Wind zu sorgen. Ihr Ziel als Ortsbeirat ist es aber in erster Linie, das ganze Dorf hinter sich zu versammeln und bei den Entscheidungen transparent mitzunehmen.

Sebastian Friedrich war aktiv geworden, als er im Dezember erfahren hatte, dass sich für die Kommunalwahl im März in Albungen wohl kein Ortsbeirat mehr finden würde. „Der Gedanke, uns von der Stadt Eschwege aus der Ferne verwalten zu lassen, gefiel mir nicht“, sagt Friedrich. Der gebürtige Albunger war erst im Frühjahr zurückgezogen und ist kommunalpolitisch vorbelastet. Seine Mutter Brunhilde Beyer-Friedrich war viele Jahre selbst im Ortsbeirat aktiv. In den ehemaligen Ortsvorstehern Hermann Bartholomäus und Horst Schäfer sowie den Ortsbeiratsmitgliedern Silke und Volker Gerlach fand er Fürsprecher, die ihn in seinem Entschluss bekräftigten. Fehlte nur noch ein Team.

Der Plan: Ausschließlich junge Albunger für den Ortsbeirat ansprechen

„Mein Plan war es, ausschließlich junge Albunger anzusprechen“, sagt Friedrich. Für ihn war es wichtig, alte Zöpfe abzuschneiden und die Vergangenheit hinter dem Ortsbeirat zu lassen. Es sollte ein Neustart werden. Der Erste, den er ansprach, war Florian Bangel (31). Mit ihm machte er sich Gedanken über junge Albunger, die ins Team passen könnten. Mit der Grundschullehrerin Anna-Lena Becker (28), dem Kfz-Mechatroniker Alexander Schilde (28), dem Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik Lukas Kleinicke (22) und dem Studenten Julian Evers (22) standen die Bewerber kurz vor Weihnachten fest.

Jetzt drängte die Zeit. Aufgrund des Lockdowns hatte die Stadtverwaltung geschlossen. Alexander Unger von der Stadt Eschwege hatte die Gruppe zuvor beraten und die rechtlichen Gegebenheiten erklärt. Außerdem erläuterte er die Anforderungen zur Aufstellung eines Wahlvorschlages. Am 29. Dezember knapp eine Woche vor Ende der Bewerbungsfrist, wurden die letzten Unterlagen eingereicht. Der Wahlausschuss hatte nichts zu beanstanden. Am 14. März stehen die sechs jungen Albunger zur Wahl.

Lukas Kleinecke, Wählergemeinschaft Albungen

Friedrich kandidiert für den Ortsvorsteher. Anna-Lena Becker würde seine Stellvertreterin werden. So ist der Plan. Im Ort wollen sie sich jetzt bekannter machen und zeigen, dass man ihnen trotz ihrer geringen Zahl an Jahren das Vertrauen schenken kann. „Wir sind unbelastet und wollen bei null anfangen“, sagt Friedrich. Als Erstes wollen sich die Kandidaten mit den Vereinen des Dorfes zusammensetzen.

Wichtig ist ihnen, kommunalpolitisch transparent zu sein und möglichst viele Menschen im Ort mitzunehmen. Dafür wollen sie auch digitale Medien nutzen. „Wichtig ist, dass alle Albunger möglichst viele Informationen über die Arbeit des Ortsbeirats bekommen.“ (Tobias Stück)

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