Festival-Gelände erinnerte an Sumpflandschaft

Regentanz in Eschwege: Alligatoah und die Broilers beim Open-Flair

+
Beim Open Flair 2017 in Eschwege: Der selbsternannte Schauspielrapper Alligatoah spielte mit fünfköpfiger Band vor begeistertem Publikum.

Eschwege. An eine Sumpflandschaft erinnerte das Open-Flair-Gelände am Freitag in Eschwege. Doch der Dauerregen machte den Besuchern nichts aus. Sie wollten Alligatoah und die Broilers sehen.

Aktualisiert um 13.35 Uhr - Mit Poncho und Gummistiefeln, oder einfach einem Bierchen mehr, war die Stimmung an den Bühnen ausgelassen.

Alligatoah beim Open Flair 2017

Der selbsternannte Schauspielrapper Alligatoah flog mit seinem bewährten Bühnenbild-Heißluftballon „in den Himmel“, um von dort aus die ganze Misere auf der Erde zu beobachten. Seine fünfköpfige Band begleitete ihn mit Engelsflügeln bekleidet – musikalisch und in seiner beißend scharfen Kritik, die sich immer wieder mit absurd-überspitzem Humor abwechselt: In „Du bist schön“ (am Beauty- und Fitnesswahn unserer Zeit) und „Hab ich recht“ (an Universal-Nörgler, die sich in ihren Ausführungen widersprechen). Er schlüpft dabei in die Rolle eines Entertainers, der – wie auf einem Jahrmarkt – die Songs anmoderiert. Seine Rolle gelingt: Das Open-Flair-Publikum hatte einiges zu lachen – und zum Nachdenken. Musikalisch sprang seine Band von einer Wolke zur anderen, vereinte HipHop-Einflüsse mit Metal und Folk mit Pop – alles grandios auf einander abgestimt. Kurzum: Die Songs gingen ließen nicht nur die Köpfe HipHop-typisch nicken, sondern gingen auch in die Beine. 

Broilers 

beim Open Flair 2017

Wie zu später Stunde in einer Kneipe konnte man sich bei der Düsseldorfer Punk- und Oi-Band Broilers fühlen. Trotz Dauerregens schafften sie eine Stimmung von treuer Freundschaft und rockten sich mit ihren hymnenartigen Songs über die Höhen, aber vor allem die Tiefen des Lebens, schlagartig in die Herzen des Publikums. Klar, dass bei „Ruby Light and Dark“, vom treibenden Punk-Rhythmus angefeuert, die Zuschauer quasi von Pfütze zu Pfütze sprangen – oder sich bei Single-Erfolg „Wie weit wir gehen“ und auch beim letzten Song des Konzerts, „Meine Sache“, einige in den Armen lagen und die Lieder mit voller Inbrunst mitgröhlten. Broilers-Frontmann Sammy Amara wusste es zu würdigen: „Ich ziehe meinen Hut vor euch!“, sagte er und verneigte sich tief. Die Ankündigung, die für Jubel sorgte: „Wenn ihr wollt, spielen wir immer wieder für euch.“ Auch bei Regenwetter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.