Nach Neuausschreibung

Eschweger Stadtbusse fahren bald elektrisch und emissionsfrei

Sollen bald ausgedient haben: Die Fahrzeuge der Stadtbuslinie fahren derzeit noch mit herkömmlichen Dieselmotoren. Bei Neuanschaffungen soll demnächst darauf geachtet werden, dass sie mit alternativen Antrieben ausgerüstet sind.
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Sollen bald ausgedient haben: Die Fahrzeuge der Stadtbuslinie fahren derzeit noch mit herkömmlichen Dieselmotoren. Bei Neuanschaffungen soll demnächst darauf geachtet werden, dass sie mit alternativen Antrieben ausgerüstet sind.

Nach einer Neuausschreibung sollen emissionsfreie Fahrzeuge angeschafft werden. Die Stadtbusse in Eschwege sollen künftig elektrisch fahren.

Eschwege – Wenn der Nahverkehrsplan für die Stadtbuslinie neu ausgeschrieben wird, denkt der Nahverkehr Werra-Meißner (NWM) darüber nach, für die Stadtbuslinie in Eschwege Busse mit alternativen Antrieben wie Elektrizität oder Wasserstoff zu favorisieren. Das teilte Roland Lentz, Geschäftsführer des NWM, jetzt während einer Sitzung von Magistrat sowie Bau- und Umweltausschuss der Stadt Eschwege mit.

Die Vereinbarung zwischen Stadt und NWM läuft noch bis Dezember 2024.

Bei den Überlegungen von Stadt und Betreiber spielt auch die EU-Richtlinie Clean Vehicles Directive (CVD) eine Rolle, die der Bundestag im Januar beschlossen hat. Demnach sollen ab August bei der öffentlichen Auftragsvergabe erstmals verbindliche Mindestziele für emissionsarme und -freie (weniger als ein Gramm CO2/km) Fahrzeuge berücksichtigt werden. „Infrage kommen hier in erster Linie Antriebsarten wie Wasserstoff, Elektro oder batteriegeladene Busse mit Dieselheizung“, sagt Lentz.

Dieser batteriegeladene Bus fuhr im April und Mai im Probebetrieb auf den Stadtbuslinien 1 und 2.

Solch ein batteriegeladener E-Bus mit Dieselheizung war im Frühjahr auf den Stadtbuslinien eins und zwei schon im Einsatz und kam bei den Fahrgästen gut an, wie Lentz aus den Erfahrungen berichtet. Die Passagiere schätzten das dynamische Fahrverhalten sowie das Ausbleiben von Lärm und Geruch sowie das Design“, berichtet Lentz. Im Inneren verfügte der Testbus zwar über weniger Sitzplätze, dafür über mehr Stehplätze.

Der Betrieb im April und Mai sei über drei Wochen störungsfrei verlaufen. Der E-Bus hatte eine Reichweite von 200 Kilometern und wurde täglich in der Zeit von 10.30 Uhr bis 16 Uhr eingesetzt. Über Nacht wurde er fünf Stunden auf dem Betriebsgelände des Busunternehmens Frölich aufgeladen, das den Probebetrieb auch organisiert hatte.

Stadtbus Eschwege: Jeder Kilometer kostet 2,66 Euro 

Der Nahverkehr Werra-Meißner ist eine sogenannte lokale Nahverkehrsgesellschaft in kommunaler Hand, um den Öffentlichen Personennahvekehr sicher zu stellen. Das Unternehmen ist das Verbindungsglied „vor Ort“ im WerraMeißner-Kreis zum Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV). Unter anderem organisieren sie die vier Stadtbuslinien in Eschwege.

Die vier Linien haben im Jahr 2018 1,095 Millionen Euro Gesamtkosten verursacht, 2019 waren es 1,111 Millionen Euro und 2020 1,152 Millionen Euro. Die Erträge lagen 2018 bei 500 000 Euro, 2019 bei 525 000 Euro und 2020 bei 438 000 Euro. „Der öffentliche Nahverkehr ist niemals kostendeckend“, erklärte Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe dazu. Sieben Busse sind auf den Stadtbuslinien im Einsatz. Jeder Kilometer mit dem Stadtbus hat 2020 genau 2,66 Euro gekostet.

Eine neue Haltestelle bei den hausärzten am Bahnhof sei, so Roland Lentz, kurzfristig nicht umsetzbar. Frühester Termin ist der Fahrplanwechsel im Dezember 2024. ts

Die alternativ angetriebene Busse würden Mehrkosten zwischen fünf und 35 Prozent verursachen, erklärte Lentz. Dabei ähnelten sich die Preise für Elektro- oder Wasserstoff sehr. Beide Antriebsarten würden gefördert werden. Dafür sei mehr Wertschöpfung zu erwarten, Emissionen würden gesenkt und die Akzeptanz in der Bevölkerung sei hoch. Bei Bussen mit Brennstoffzellentechnik könne man Synergien mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) erwarten. Bürgermeister Alexander Heppe plädierte dafür, bei der Neuausrichtung über das von der EU geforderte Mindestmaß hinaus zu gehen. „Wir sollten eine Vorbildfunktion einnehmen“, sagt Heppe (CDU) und verwies darauf, die Expertise der Stadtwerke zu nutzen. Auch Stefan Fiege (SPD) argumentierte in diese Richtung: „Null Emission muss unser Ziel sein.“

Von Tobias Stück

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