Amalgam: Einsatz ist unter Zahnärzten umstritten

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Kritischer Moment: Das in Amalgamfüllungen enthaltene Quecksilber ist in Dampfform besonders gefährlich - und die entsteht beim Legen und Herausbohren der Plombe.

Werra-Meißner. Quecksilber gilt als gefährliches Umweltgift. Da der Stoff auch im Zahnfüllmaterial Amalgam enthalten ist, will die EU zwar kein Verbot, aber einen Verzicht erreichen.

Ab 2018 soll es für Schwangere, Kinder und Nierenkranke nur noch in Ausnahmefällen genutzt werden. Außerdem soll ermittelt werden, ob Zahnärzte bis 2030 darauf verzichten können.

Eine klare Gegenerin des Füllstoffs mit toxischer Komponente ist Dr. Karin Kiel aus Hessisch Lichtenau. Sie benutzt Amalgam in ihrer Praxis seit vielen Jahren nicht mehr. „Bevor der Stoff im Mund ist, gilt er als giftig. Als Legierung im Zahn ist er plötzlich in Ordnung. Und wieder herausgebohrt, müssen wir ihn als Sondermüll entsorgen. Das sagt doch alles!“ Für Kiel liegt auf der Hand, dass der menschliche Körper das Gift aufnimmt, zum Beispiel über lösliche Quecksilber-Ionen aus Zahnfüllungen, die in den Speichel gelangen, oder über Brösel der Substanz, die beim Legen und Herausbohren von Amalgam-Füllungen verschluckt werden.

Ob der Einsatz von Amalgam eine Gefahr für die Gesundheit oder die Warnungen vor dem Stoff reine Panikmache sind, darüber sind die Meinungen aber auch unter Zahnärzten geteilt. Die Bundeszahnärztekammer (BZAEK) befürwortet die weitere Verwendung. Das im Amalgam enthaltene Quecksilber gehe mit Silber, Zinn und Kupfer eine intermetallische Verbindung (Legierung) ein und sei extrem langlebig, heißt es in einem Positionspapier der BZAEK. Studien hätten darüber hinaus noch keinen Nachweis auf einen Zusammenhang zwischen Amalgam und degenerativen Krankheiten erbracht.

Für Krankenkassen wie die BKK Werra-Meißner gilt Amalgam nach wie vor als Regelleistung. Wer ein anderes Material wie Kunststoff oder Gold wünscht, zahlt privat zu, bestätigt Harald Klement vom BKK-Vorstand. Ausnahme sei eine vom Hautarzt bestätigte Allergie.

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