Prozess vor dem Eschweger Amtsgericht

Angriff auf Bauhofmitarbeiter in Witzenhausen: Gericht spricht Frau frei

Statue der Justitia
+
Justizia (Symboldbild)

Eine Frau aus Witzenhausen musste sich am Donnerstag vor dem Amtsgericht Eschwege wegen Körperverletzung verantworten. Sie wurde letztlich freigesprochen.

Eschwege - Die 57-Jährige soll laut Anklage ohne Vorwarnung Mitarbeiter der Stadt Witzenhausen angegriffen haben, als diese eine Hecke stutzten. Zur Einschätzung ihrer seelischen Gesundheit wurde ein Neurologe und Psychiater als Sachverständiger zur Hauptverhandlung hinzugezogen.

Die Angeklagte, die sich vor Gericht selbst verteidigte, wurde wegen einer Schuldunfähigkeit vom Gericht freigesprochen. Hierbei entsprach Strafrichterin Lena Henning der Forderung von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Diesen begründete sie unter anderem mit der Einschätzung des Sachverständigen Wolfgang Kloß, der bei der Angeklagten eine manisch-depressive Erkrankung feststellte.

Frau war nach eigenen Angaben mehrfach in psychiatrischer Behandlung

Die Angeklagte sei nicht steuerfähig gewesen und habe im Wahn gehandelt. Die Frau ist in der Vergangenheit nach eigenen Angaben bereits mehrfach in psychiatrischer Behandlung gewesen, etwa wegen schwerer Depressionen.

Nach den übereinstimmenden Aussagen der fünf Zeugen soll die Angeklagte im Juli 2019 an der Straße „An der Schlagd“ in Witzenhausen einen Stadtmitarbeiter angegriffen haben, als er eine Hecke schnitt.

Unbemerkt und mit vermummten Gesicht habe sie sich genähert und ein Raumduftspray in seine Augen gesprüht. Erschrocken drehte er sich um, sie sprühte ein zweites Mal. „Meine Augen brannten. Ich habe gefragt, was das soll“, sagte er gestern.

Frau wollte die Enten retten, die in der Hecke leben

Sie wolle die Enten retten, die in der Hecke leben, habe sie ihm geantwortet. Es sei zum Handgemenge gekommen. Die Angeklagte habe auf den Mann eingetreten, ihn geschlagen, gekratzt und gebissen.

Als seine Kollegin zu Hilfe kam, erhielt auch diese einen Schlag ins Gesicht. Im Handgemenge habe er ihr die Vermummung heruntergerissen, sodass ihr Gesicht zu erkennen war. Sie wehrte sich, ein Passant kam zusätzlich zu Hilfe. Gemeinsam fixierten sie die Angeklagte, bis die Polizei kam, schilderten die Zeugen.

Vor Gericht bestritt die Angeklagte den Vorwurf bis zum Schluss. Sie sei selbst eine unbeteiligte Beobachterin gewesen. Sie sei davon überzeugt, dass das Ganze eine Inszenierung war. Jemand habe sich für sie ausgegeben, gab sie an. Psychisch krank sei sie aber nicht. „Das Urteil ist für mich die größte Frechheit“, sagte die Frau nach ihrem Freispruch zu der Richterin. (Jessica Sippel)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.