Anwohner berichten von Ablagerung durch Woelm Pharma

Angst vor Giftmüll in neuem Baugebiet in Eschwege

Eschwege. Ein Anwohner des geplanten Neubaugebiets am südlichen Ortsausgang von Eschwege behauptet, dass das frühere Pharmaunternehmen Woelm auf dem Areal Giftmüll entsorgt hat.

Die Pläne zur Besiedelung des Geländes zwischen dem Höhenweg und dem Langenhainer Weg wurden am Dienstagabend während einer Sitzung des Bau- und Umweltausschusses vorgestellt. 

Horst Pfannebecker berichtete, als Kind dort gespielt und beobachtet zu haben, wie das Pharmaunternehmen nach Ende des Zweiten Weltkriegs „jeden Tag anrückte und Müll ablagerte“. „Das war bestimmt nichts Feines“, ergänzte Pfannebeckers Ehefrau Erika und nennt Quecksilber als einen möglichen Schadstoff, der dort entsorgt wurde.

Planer Christoph Henke hatte zuvor berichtet, dass das Gelände nach Erkenntnissen der Behörden mit „Altablagerungen“ belastet sei. Vermutlich handele es sich dabei um Hausmüll.

Der grüne Stadtverordnete Lothar Dietrich wollte sich mit dieser „plakativen Bezeichnung“ nicht zufrieden geben und genau wissen, was dort im Boden zu finden ist. „Wir geben ein Gutachten in Auftrag, um genau das zu klären“, kündigte Bürgermeister Alexander Heppe an. Am Mittwoch machte der Bürgermeister deutlich, dass die genaue Bodenanalyse bei jeder Baugebietsausweisung üblich sei, um verlässliche Aussagen über die Beschaffenheit zu bekommen. Heppe: „Das gehört zu unserem Standard.“

Auf dem 3,6 Hektar großen Areal will die Stadt etwa 35 Bauplätze von jeweils rund 600 Quadratmetern erschließen, die nach Abschluss des Planungsverfahrens frühestens Ende 2018 bebaut werden könnten. Die Anbindung ist mit vier Stichstraßen vom Höhenweg geplant. Die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses fassten am Dienstagabend einstimmig den Aufstellungsbeschluss.

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