Bürger sollen beteiligt werden

Eschwege will plastikfrei werden: Arbeitsgruppe arbeitet an Lösungen

Bald ein Bild vergangener Zeiten: Besteck, Trinkhalme, Becher und vieles mehr sollen zukünftig in Eschwege nicht mehr aus Plastik bestehen dürfen. Was noch machbar ist, klärt jetzt eine Arbeitsgruppe.
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Bald ein Bild vergangener Zeiten: Besteck, Trinkhalme, Becher und vieles mehr sollen zukünftig in Eschwege nicht mehr aus Plastik bestehen dürfen. Was noch machbar ist, klärt jetzt eine Arbeitsgruppe.

Die Pommesgabel aus Holz, der Trinkhalm aus Bambus: So könnten Feste in Zukunft in Eschwege gefeiert werden. Die Stadt will Plastik reduzieren.

Eschwege – Bei städtischen Veranstaltungen sowieso und bei anderen Events in Eschwege soll darauf hingewirkt werden, dass möglichst wenig Plastik zum Einsatz kommt. Das ist das erste Ergebnis einer Projektgruppe, die sich in diesem Monat erstmals getroffen hat.

Der Anstoß zu diesem Projekt kam aus der Stadtverordnetenversammlung. Jochen Grüning hatte alle Mandatsträger im vergangenen Jahr von der Idee überzeugt.

Eschwege will Plastik reduzieren: Vertreter verschiedener Branchen treffen sich

Erstmals beraten haben jetzt Teilnehmer aus dem Bereich der Abfallwirtschaft beim Werra-Meißner-Kreis, dem Baubetriebshof Eschwege, der Tourist-Info, dem Hotel- und Gastronomiegewerbe sowie ein Vertreter der IHK zu diesem Thema. Die AG will besonders Aufklärung leisten. Das heißt, zukünftig Informationen bereitstellen und Bewusstsein sowie Anreize schaffen.

„Uns ist es ein großes Anliegen, Bürgerbeteiligung zu ermöglichen“, sagt Jochen Grüning. Sobald es die Pandemieentwicklung zulässt, ist eine öffentliche Kick-off-Veranstaltung geplant. „Alle Bürger und Bürgerinnen sind herzlich dazu eingeladen sich an #eschwegeplastikfrei zu beteiligen und ihre Ideen einzubringen“, sagt Uwe Gondermann vom Fachbereich Familie, Soziales, Sport und Kultur, der das Projekt für die Stadt Eschwege begleitet.

In Kooperation mit Medienwerk ist ein Film geplant

Um das Projekt transparent und informativ zu gestalten, ist eine eigene Homepage in Arbeit. Die Domain eschwegeplastikfrei.de hatte Grüning bereits reserviert. Miriam Gerke von der Tourist-Information und Öffentlichkeitsbeauftragte Scarlett Grebestein füllen sie jetzt mit Inhalten.

Außerdem ist in Kooperation mit dem Medienwerk ein Film geplant, der bereits erfolgte Aktionen zur Plastikreduktion im Kreis vorstellt. „Uns ist es wichtig, die Bevölkerung mitzunehmen, damit sie sich mit der Idee identifizieren kann“, sagt Gondermann.

Das funktioniere nicht, wenn man ein Konzept überstülpe, sagte Manfred Menze vom Verein Plastikfrei aus Kassel, der ebenfalls an der ersten Sitzung teilnahm. Man brauche eine gewisse Lockerheit und auch mal ein Augenzwinkern, sagte Menze und berichtete von seinen Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre.

Plastikfreie Stadt: Vorbild ist Kassel

Auch in Kassel hatte die Stadtverordnetenversammlung den Vorstoß gewagt. Bereits im vergangenen Jahr war der Kasseler Weihnachtsmarkt weitestgehend plastikfrei. Die Schausteller hatten sich vertraglich darauf eingelassen.

Initiator Jochen Grüning verspürte bei der ersten Sitzung in Eschwege besonders unter den Gastronomen eine grundsätzliche Bereitschaft, etwas zu ändern. „Es findet ein Umdenken statt“, sagt Grüning, der Angst hatte, die Teilnehmer während der Pandemie zu überfordern.

„Aber Klimaschutz darf trotz Corona nicht vergessen werden“, sagt Grüning, der als Mitglied auch die Synode des Kirchenkreises Eschwege hinter der Initiative weiß.

Termin: Das nächste Treffen findet voraussichtlich am 3. Dezember im Eschweger Rathaussaal statt. Wer sich an dem Projekt beteiligen möchte, meldet sich unter jocheng63@gmail oder uwe.gondermann@eschwege-rathaus.de an. (Von Tobias Stück)

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