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Auf der Torwiese soll ein Kunstrasenplatz kommen

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Von: Tobias Stück

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Die Torwiese von oben: Die 1 ist das Stadion, die 2 der Trainingsplatz, die 3 der Freizeitplatz, die 4 das Multifunktionsspielfeld mit Basketballkörben. Unter 5 könnte ein Bolzplatz entstehen. Repro: Tobias Stück
Die Torwiese von oben: (von rechts) das Stadion, der Trainingsplatz, der Freizeitplatz und das Multifunktionsspielfeld mit Basketballkörben. Links daneben könnte ein Bolzplatz entstehen. © Greim, Carl-Heinz

Die in die Jahre gekommene Sportanlage Torwiese in Eschwege soll saniert werden. Dabei könnte auch ein Kunstrasenplatz herausspringen. Die Gesamtkosten liegen bei 1,5 Mio. Euro.

Eschwege – Die Chancen auf einen Kunstrasenplatz auf der Torwiese in Eschwege steigen. Sowohl Magistrat als auch der Ausschuss für Bauen und Umwelt haben in ihren jüngsten Sitzungen mehrheitlich für das Projekt gestimmt.

Die gesamte Sportanlage an der Torwiese soll darüber hinaus für rund 1,5 Millionen Euro saniert werden. Die Stadtverordnetenversammlung wird in ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag darüber entscheiden. Die Sanierungspunkte in der Übersicht:

Das Stadion

1. Nach 30 Jahren in ständiger Benutzung ist insbesondere die Tartanbahn in die Jahre gekommen. Auch, wenn Fußballer sicherlich etwas anderes behaupten, sei der Rasenplatz noch in Ordnung. Christoph Henke, der mit seinem gleichnamigen Ingenieurbüro ökologische Bauleit- und Landschaftsplanung anbietet, machte den Vorschlag, ein sogenanntes Re-Topping aufzubringen. Dabei werde die Anlage, deren Unterbau und die Entwässerung noch vollkommen in Ordnung sei, mit einem neuen 1,3 Zentimeter starken Tartanbelag versehen. Kosten: rund 320 000 Euro.

Der Trainingsplatz

2. Der bereits eingezäunte, drainagierte und mit Flutlicht versehene Trainingsplatz könnte laut Henke am einfachsten zum Kunstrasenplatz umgebaut werden. Über der Drainage liegt eine Schotterfläche, dann folgt ein 3,5 Zentimeter starkes Gummi-Granulat, auf das der Kunstrasen in sechs Meter breiten Bahnen verlegt wird. In die Kunsthalme wird gleichmäßig Sand verteilt, der wöchentlich einmal gepflegt werden muss. Aufgebracht werden wohl die Linien für einen Fußballplatz und ein für ein Spielfeld für American Football.

Alle 15 Jahre muss der Kunstrasenplatz generalüberholt werden, was nach aktuellem Stand laut Henke rund 185 000 Euro koste. Dafür entfallen die Pflegekosten des Rasenplatzes. „Um Plastik zu vermeiden könnte man besipielweise Kunstgrashalme aus Zuckerrohr verwenden“, schlug Henke während der Präsentation vor. Kosten: 660 000 Euro für ein Spielfeld von 90 mal 60 Meter, 790 000 Euro für ein Spielfeld von 100 mal 65 Meter.

Die verschiedenen Kunstrasenarten wurden während der Sitzung des Ausschuss für Bauen und Umwelt jetzt vorgestellt. Plastik soll vermieden werden, dieser hier besteht aus Zuckerrohr.
Die verschiedenen Kunstrasenarten wurden während der Sitzung des Ausschuss für Bauen und Umwelt jetzt vorgestellt. Plastik soll vermieden werden, dieser hier besteht aus Zuckerrohr. © Stück, Tobias

Der Freizeitplatz

3. Der für die Allgemeinheit zugängliche Freizeitplatz sei in einem schlechten Zustand, sagte Henke. Vor einiger Zeit wurden Schmutzwasserrohre unter dem Spielfeld verlegt. „Hier gibt es einige Stolperfallen“, so Henke. Seine Empfehlung: Den Platz von mit einer Drainage, Schotterfläche, Tragschicht und natürlichem Rasen neu aufbauen. Die Bewässerungsanlage könne vom Kunstrasenplatz genommen werden, weil sie dort nicht mehr gebraucht werde. Kosten: 300 000 Euro

Der Multifunktionsplatz

4. Der Multifunktionsplatz mit Handball- und Basketballfelden sei am Ende, urteilte Henke. An vielen Stellen sei der Tartanbelag bereits ausgessert, an anderen nur noch wenige Millimeter stark. „Ein Zeichen, dass der Platz stark frequentiert wird.“ Er soll auf der Asphaltfläche neu aufgebaut werden. Kosten: rund 155 000 Euro.

Der neue Bolzplatz

5. Den für alle zugänglichen Bolzplatz gibt es noch nicht. Hier soll ein Kleinfeld, gegebenfalls mit kleinen Toren und Banden entstehen. Das Mini-Spielfeld könnte eine Größe ab 13 mal 20 Metern haben. Vergleichbare Plätze haben die Anne-Frank-Schule und die Brüder-Grimm-Schule auf ihren nicht frei zugänglichen Schulhöfen. Kosten: 60 000 Euro.

Pläne für das Sportzentrum Torwiese seit 70 Jahren

Ab 1952 gab es Pläne, auf dem ehemaligen Sumpf- und Hochwassergebiet Torwiese ein modernes Sportzentrum zu bauen. Tribünen, eine Turnhalle und das 50-´Meter-Schwimmbecken wurden verworfen. Entstanden ist der Rasenplatz, der 1957 mit einem Fußballspiel gegen Hannover 96 eingeweiht wurde. Später kamen die Laufbahn und Wurfanlagen hinzu. Anfang der 1970er-Jahre wurde die Torwiese erweitert. Zwei weitere Spielfelder und ein Trainingsplatz sowie eine Weit- und Hochsprunganlage wurden gebaut. 1990 wurden die leichtathletischen Anlagen auf Tartan umgestellt. ts

Die Gesamtkosten

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro – Preissteigerungen bereits einberechnet. Das Geld ist bereits im Haushalt bereitgestellt. Laut Untersuchung des Ingenieurbüros gebe es in Eschwege einen Platzmangel. 800 Nutzungsstunden kämen pro Jahr zusammen. „Die Plätze auf der Torwiese sind an ihrer oberen Belastungsgrenze“, sagt Henke. Durch die starke Beanspruchung bestehe ein hoher Pflegebedarf. Wenn die Torwiese nicht saniert werde, müsse man über den Neubau eines weiteren Sportplatzes in der Kernstadt nachdenken, so Henke. Für die Sanierung gibt es Fördermittel. (Tobias Stück)

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