Aufführung der „Eiskönigin“ in Siegen findet nach Wirbel in Eschwege nicht statt

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Hatte für große Kritik gesorgt: Die Aufführung des Stückes „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ in der Eschweger Stadthalle. Aus Sorge um ihr Ansehen hat die Stadt Siegen jetzt den Vertrag mit dem Veranstalter gekündigt.

Eschwege/Siegen. Die Stadt Siegen hat die für Ende Januar angekündigte Aufführung des umstrittenen Kindermusicals „Die Eiskönigin - Völlig unverfroren" in der Siegerlandhalle abgesagt. Grund sind die negativen Erfahrungen mit dem Stück in Eschwege und Bad Hersfeld.

Die Entscheidung ist das Resultat der „immens negativen Reaktion“ von Zuschauern, die das Stück Ende Dezember in Eschwege und Bad Hersfeld gesehen hatten, wie aus einer Pressemitteilung der Stadt Siegen hervorgeht. Zudem hat Siegen den Veranstalter, das „Live-Kindertheater“ wegen des Verdachts des Betruges angezeigt.

In Siegen hatte es zunächst eine starke Nachfrage nach Karten für die Veranstaltung gegeben. Innerhalb kürzester Zeit waren für zwei Aufführungen 1400 Tickets für jeweils 27,50 Euro verkauft worden. Bereits ab September habe es dann aber Probleme gegeben, heißt es in der Pressemitteilung. Zur Absage hätten dann aber drei Gründe geführt:

1. Die Kritik aus Bad Hersfeld und Eschwege hatte dafür gesorgt, dass zahlreiche Karteninhaber darum gebeten hatten, die Veranstaltung nicht stattfinden zu lassen und ihr Eintrittsgeld zurückgefordert.

2. Um den konkreten Ablauf der Aufführung zu planen, hatten Mitarbeiter der Siegerlandhalle zwischen September und Dezember dutzende Male versucht, Kontakt zum Veranstalter aufzunehmen - immer erfolglos. Ein Verhalten, dass nach Auskunft der Hallendirektion völlig unüblich und unerklärlich war.

3. Die Walt-Disney-Company hat bestätigt, die Produktion des „Live-Kindertheaters“ nicht lizensiert zu haben. Die Firma, die die Rechte an dem Film „Die Eiskönigin“ hält, distanziert sich ausdrücklich, eine mögliche Rechtsverletzung nehme man sehr ernst.

Die Siegener Zuschauer bekommen nun das Geld für gekaufte Karten zurück, während man im Rathaus wegen der Einnahmeverluste auf Schadensersatz pocht.

Derweil ermittelt die Staatsanwaltschaft in Kassel und prüft, ob Anklage gegen den Veranstalter erhoben wird. Das hat Pressesprecher Götz Wied bestätigt.

Im vergangenen Jahr hatte der gleiche Veranstalter bereits das Stück „Bob, der Baumeister“ gezeigt. Das Stück war damals überwiegend positiv aufgenommen worden. Für eine Stellungnahme zu den Geschehnissen und Vorwürfen, ist der Veranstalter nicht zu erreichen. Unter der angegebenen Telefonnummer hören Anrufer nur eine veraltete Bandansage. „Momentan sind wir vom 1. November bis 22. Dezember in Frankreich auf Tournee“, heißt es da, bevor ein umgehender Rückruf versprochen wird. Bislang vergeblich.

In Eschwege und Bad Hersfeld hatte es nach Aufführungen massive Kritik wegen der schlechten Qualität und der Kürze des Stückes gegeben. Zudem kritisierten aufgebrachte Eltern, das vom Originalfilm abgewandelte Ende der Geschichte. Den wegen der hohen Eintrittspreise großen Erwartungen waren die Künstler nicht gerecht geworden. In Eschwege nahm die Polizei im Anschluss sogar fünf Anzeigen wegen des Verdachts auf Betrug auf. Auch im Internet beschwerten sich zahlreiche Zuschauer über die Aufführungen. In Eschwege hatten die Künstler das Stück gleich dreimal an einem Tag gezeigt. Nach erster Kritik hatte der Veranstalter im Laufe des Tages zunächst der Presse keinen Zugang gewähren wollen, hatte davon aber dann Abstand genommen.

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