Ausbildungsserie: Michel Henning wird Verfahrensmechaniker

Vom Entwurf bis zur fertigen Produkt: Gemeinsam mit den anderen Auszubildenden seiner Firma hat Michel Henning diesen Becher produziert und prüft nun seine Qualität. Foto: Pflug

Eschwege. Noch immer sind im Werra-Meißner-Kreis knapp 200 Ausbildungsstellen unbesetzt. Wir stellen daher Berufe vor, bei denen Bewerber gute Chance auf einen Ausbildungsplatz haben. Einen dieser Berufe lernt Michel Henning . Er macht in Eschwege eine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik.

„Also, man sollte sich schon für Technik interessieren“, sagt Michel Henning über seinen Ausbildungsberuf. Der hat einen etwas sperrigen Namen und ist noch wenig bekannt. Michel Henning wird Verfahrenstechniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik der Fachrichtung Formteile. Absolventen dieser Ausbildung sind Fachpersonen für die Herstellung von Werkstücken und Fertigteilen aus polymeren Werkstoffen, zu denen auch Kunststoff und Kautschuk zählen.

Eigentlich habe man bei Stiebel Eltron in Eschwege wenig Probleme Ausbildungsplätze zu besetzen, sagt Anke Herrmann, Ausbildungsleiterin des Haustechnikherstellers. „Aber um einen Verfahrenstechniker zu finden, muss ich schon ordentlich Werbung machen und in die Schulen gehen“, erklärt Herrmann.

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Bei Henning brauchte sie das jedoch nicht, denn er kannte den Beruf und die Firma schon aus einem Praktikum. Das gefiel dem 19-Jährigen so gut, dass er sich nach der Realschule entschied, alles auf eine Karte zu setzen und nur eine Bewerbung zu schreiben. Davon rät Herrmann jedoch dringend ab, denn schließlich könne immer etwas schief gehen. Henning aber hatte Glück und bekam nach Auswahltest und Einstellungsgespräch die Stelle.

Zu seinen Aufgaben gehört zum Beispiel die Ausrichtung der Maschinen und Anlagen sowie die Umrüstung der Werkzeuge um andere Formen herzustellen. Am Bildschirm der Maschinen gibt er die Parameter für die Fertigung ein und legt unter anderem die Temperatur fest, bei der der Kunststoff geschmolzen werden soll. Außerdem stellen Verfahrensmechaniker wie der junge Eschweger sicher, dass den Maschinen das Material nicht ausgeht und überwachen den Herstellungsprozess und die Qualität des Endprodukts. Das Endprodukt reicht in diesem Fall vom Becher über den Handtrockner bis zum Elektronikhalter in einem Hydraulikmodul.

Dafür braucht man laut Henning Ausdauer, Ehrgeiz, Teamfähigkeit, Disziplin „und man darf keine Angst haben, sich die Hände mal dreckig zu machen“. Wer dann auch noch von komplexer Technik und der Vielfältigkeit von Kunststoffen fasziniert sei, habe die Chance auf einen zukunftsträchtigen Job und sehr gute Chancen übernommen zu werden, da sind sich Henning und Ausbildungsleiterin Herrmann einig.

Henning ist auch im zweiten Lehrjahr noch begeistert von seinem Job: „Ich konnte schon früh viel Verantwortung übernehmen, die Gesellen verlassen sich auf einen und es macht stolz, wenn man die entlasten kann“, sagt der 19-Jährige. Das einzige Negative sei die Anreise zur Berufsschule in Kassel, da müsse er immer sehr früh aufstehen. 

Der Beruf auf einen Blick:

Aufgaben: Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik der Fachrichtung Formteile stellen aus polymeren Werkstoffen geformte Werkstücke und Fertigteile her.

Anforderungen: Mittlerer Schulabschluss, gute Mathematik-, Physik- und Chemiekenntnisse, technisches Verständnis.

Dauer: 3 Jahre

Gehalt:  Laut Bundesagentur für Arbeit im ersten Ausbildungsjahr: 617 bis 787 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr: 662 bis 833 Euro, und im dritten Ausbildungsjahr: 704 bis 906 Euro. (mia)

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