BI fürchtet hohe Belastung

Ausweichen durch Herleshausen: Autobahn GmbH will Anschluss Wommen schließen

Nadelöhr: Wird die Anschlussstelle der A 4 bei Wommen geschlossen, muss der Verkehr auf die AS Herleshausen ausweichen – und zwar über die Bahnhofstraße.
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Nadelöhr: Wird die Anschlussstelle der A 4 bei Wommen geschlossen, muss der Verkehr auf die AS Herleshausen ausweichen – und zwar über die Bahnhofstraße.

In Herleshausen formiert sich der Widerstand: Die Anschlussstelle Wommen zur A 4 soll geschlossen werden. Für Herleshausen könnte das eine enorme Verkehrsbelastung bedeuten.

Wommen – Die Anschlussstelle (AS) Wommen – also die Auf- und Abfahrt zur Autobahn 4 – wird dicht gemacht. Und zwar sobald die Autobahn 44 sowie das Autobahndreieck Wommen, das die beiden Schnellstraßen verbindet, fertig gebaut sind. Das teilt Joachim Schmidt, Pressesprecher der Autobahn GmbH des Bundes, auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Zukünftig soll sie zwar noch als Betriebszufahrt genutzt werden können, doch aus „Verkehrssicherheitsgründen“ könne die Anschlussstelle nicht bleiben, so Schmidt. „Letztlich zum Schutz der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer.“ Damit bleibt es bei der Planung wie im Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2001 festgehalten.

Schmidt erklärt: Die Entfernung zwischen der Halbanschlussstelle und dem Autobahndreieck ist nicht groß genug. Die 500 Meter entsprächen nicht dem Mindestabstand. Der müsse sich gemäß der „Richtlinie für die Anlage von Autobahnen“ (RAA) zwischen zwei Knotenpunkten auf Minimum drei Kilometer belaufen. Dazu komme ein weiteres Platzproblem. Die Autobahn 4 wird aufgrund des Anschlusses an die A 44 verbreitert– von vier auf sechs Spuren. Geschehen ist das bisher bereits bis einschließlich der Talbrücke Wommen. Doch die Ein- und Ausfädelungsstreifen der AS Wommen werden, so Schmidt, ebenfalls dafür benötigt.

Enorme Mehrbelastung für die Ortsdurchfahrt von Herleshausen befürchtet

In der Gemeinde Herleshausen formiert sich derweil der Widerstand. Nachdem eine Resolution der Gemeindevertreter zwar von der Autobahn GmbH beantwortet wurde, diese aber dem Erhalt der AS eine Absage erteilte, haben Mitglieder von WSRG, SPD und CDU die Bürgerinitiative „Erhalt des Autobahnanschlusses Wommen“ ins Leben gerufen (wir berichteten). Die Mitglieder der BI befürchtet nämlich eine enorme Mehrbelastung für die Ortsdurchfahrt von Herleshausen und die dort lebenden Menschen, sobald der Verkehr auf die Auf- und Abfahrten bei Herleshausen ausweichen muss. Als Unterstützer hätten sich nun bereits Unternehmer aus der Region sowie weitere Politiker aus dem Kreis an die Bürgerinitiative gewandt. Das geht aus dem Protokoll der letzten Sitzung hervor. „Wir versuchen jetzt, noch weitere Unterstützer zu mobilisieren“, erklärt Carolin Gisselmann, Mitglied der BI und der Gemeindevertretung (WSRG).

Der Wechsel auf die Anschlussstelle Herleshausen betrifft in der Zukunft nicht nur die ortsansässigen Firmen. Zwar ist die AS nur knapp fünf Kilometer entfernt und geht – anders als in Wommen – sowohl in Richtung Eisenach als auch Bad Hersfeld –, doch die Strecke führt durch Herleshausen und die eng bebaute Bahnhofstraße wird zum Nadelöhr, so die Befürchtung.

Die Bürgerinitiative möchte Fakten schaffen und sich ein Bild über die Mehrbelastung für die Ortsdurchfahrt verschaffen. Daher ist Bürgermeister Lars Böckmann angesprochen worden, wie aus dem Protokoll hervorgeht. Er soll eine Verkehrszählung beantragen. Und zwar für eine Woche im August, in der die Anschlussstelle Wommen aufgrund von Arbeiten gesperrt ist, wie Gisselmann für die BI erklärt. (Von Hanna Maiterth)

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