Mehrwertsteuersenkung

Autoverkäufer atmen auf - Steigende Verkaufszahlen im Werra-Meißner-Kreis

Ein Auto und Geldscheine.
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Autohäuser im Werra-Meißner-Kreis profitieren von der Mehrwertsteuersenkung.

Durch die Mehrwertsteuersenkung, die am 1. Juli in Kraft trat, stiegen schon in den ersten Tagen danach deutlich die Verkaufszahlen im Werra-Meißner-Kreis.

Nachdem die Corona-Krise die Autobranche auch im Werra-Meißner-Kreis hart getroffen hat, können Autoverkäufer nun aufatmen: Durch die Mehrwertsteuersenkung, die am 1. Juli in Kraft trat, stiegen schon in den ersten Tagen danach deutlich die Verkaufszahlen.

„Wir mussten durch die Corona-Pandemie rund vier Wochen den stationären Autoverkauf schließen. Entsprechend weniger Fahrzeuge wurden verkauft. Die Automobilverkäufer hatten ihre Arbeitszeiten teilweise reduziert. Auch die Resturlaube wurden abgebaut“, berichtet Jörn Stöber, Geschäftsführung beim Autohaus Stöber.

Insgesamt sei das Autohaus, das Filialen in Witzenhausen, Eschwege und Bad Sooden-Allendorf betreibt, aber gut durch die Krise gekommen. „Wir können seit dem 1. Juli einen deutlichen Zuwachs an Verkäufen verzeichnen. Einige Kunden reservierten sich bereits im Juni Autos bei uns“, berichtet Stöber, der die Steuersenkung als durchaus positiv betrachtet.

Auch in den drei Heidenreich-Autohäusern in Witzenhausen, Eschwege und Lispenhausen (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) ist eine erhebliche Verkaufsbelebung mit Beginn des Julis eingetreten. „Bei einem Kaufpreis von 20 000 Euro ist die Ersparnis circa 500 Euro. Ob allerdings jemand wegen 500 Euro ein Auto kauft, das er sonst nicht gekauft hätte, ist eher unwahrscheinlich“, glaubt Geschäftsführer Jörg Heidenreich. Das Geld bliebe aber für andere Ausgaben übrig. Somit könne der Gesamteffekt der Mehrwertsteuersenkung durchaus positiven Einfluss auf das Konsumverhalten haben.

Mehrwertsteuersenkung hat auch Nachteile

Neben den vielen positiven Eigenschaften der Steuersenkung sieht er aber auch Nachteile: „Der Aufwand für die Umstellung ist enorm. Wenn Unternehmen die Ersparnis durch die Steuersenkung vollumfänglich weitergeben, wie wir das tun, bleiben per Saldo erhebliche Kosten durch die Umstellung. Zumal am 31. Dezember 2020 alles wieder zurückgedreht werden muss. Es könnten also wieder Preissteigerungen die Folge sein.“ Ein halbes Jahr hätten Kunden jetzt jedenfalls Zeit, bares Geld zu sparen.

Was spart man wirklich durch die Mehrwertsteuersenkung?

Die Mehrwertsteuer ist seit dem 1. Juli 2020 von 19 auf 16 Prozent gesenkt worden. Für Lebensmittel und andere Artikel des täglichen Bedarfs gilt jetzt ein Satz von fünf statt sieben Prozent.

  • Auto von 30 000 auf 29 243,70 Euro (=756,30 Euro)
  • Sofa von 4 000 auf 3 899,16 Euro (=100,84 Euro)
  • Lebensmittel-Einkauf von 60 auf 58,88 Euro (=1,12 Euro)
  • Smartphone von 500 auf 487,39 Euro (=12,61 Euro)

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