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Awo will Haltestelle am Ärztehaus Eschwege

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Von: Harald Triller

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Werner Schwatlo (rechts) kritisierte bei der Protestaktion die vielen Alltagshürden die ältere und behinderte Menschen beeinträchtigen.
Werner Schwatlo (rechts) kritisierte bei der Protestaktion die vielen Alltagshürden die ältere und behinderte Menschen beeinträchtigen. © HARALD TRILLER

Die Arbeiterwohlfahrt deckt bei simulierter Busfahrt zum Arzt Schwachstellen auf. Nun fordert die AWO eine Haltestelle am Ärztehaus.

Eschwege – „Kommt ein älterer Mensch zum Arzt …“ Das hört sich im ersten Moment wie der Anfang eines Witzes an, verdeutlicht aber in Eschwege ein reales Problem. Der Weg zum Ärztehaus am Bahnhof beispielsweise stellt für ältere Menschen mit Behinderungen eine große Barriere dar. Deshalb hat der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo), der Awo-Ortsverein Eschwege und das Awo-Quartier am Leuchtberg eine simulierte Busfahrt durch die Kreisstadt mit dem Ziel Stadtbahnhof initiiert, um zusammen mit knapp 40 Teilnehmern die vielen bestehenden Hindernisse zu erkunden.

Startpunkt war die Bushaltestelle an der Wohnanlage „Alte Brauerei“ an der Cyriakusstraße, wo gleich das erste Problem sichtbar wird: „Wir fordern schon länger eine Überdachung dieser Station, aber leider tut sich nichts“, beklagt Werner Schwatlo. Der Vorsitzende des Awo-Ortsvereins Eschwege hat zusammen mit seinem Vorstandskollegen Hans Jürgen Bubenik und der Awo-Quartiersmanagerin Alisa Wetzel diese Sonderfahrt organisiert und festgestellt, dass bei der 20-minütigen Tour der etatmäßigen Stadtbuslinie I „ganz viel im Argen liegt“ und „nach Verbesserungen schreit“, so Schwatlo.

Eschwege: Awo fordert Bushaltestelle an Ärztehaus

Die Krönung sei der Weg vom Stadtbahnhof zum Ärztehaus, der viele Erschwernisse bei der Überquerung der Straßen mitbringt, was die älteren Herrschaften bei de Probe zu spüren bekamen. Der erste nötige Wechsel der Straßenseite kann problemlos gemeistert werden, weil der vorhandene Zebrastreifen die Autofahrer zwangsläufig stoppt.

Dann folgen aber noch zwei Überquerungen mit Mittelinsel, der Straßen am Bahnhof und im Schützengraben, ehe eine letzte Hürde hinüber zum Ärztehaus nötig wird. Dort angekommen forderte Werner Schwatlo rasches Handeln: sowohl von den Eschweger Stadtplanern sowie vom Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV). „Würde die Stadtlinie um eine Station erweitert und der Endpunkt ans Ärztehaus verlegt, wäre den älteren und behinderten Menschen echt geholfen“, erklärte der Vorsitzende des Ortsvereins Eschwege, der auf die Unterstützung vom Kreisverband bauen kann, der von der Verbandsreferentin Birgit Schröder, der stellvertretenden Geschäftsführerin Runa Aasland-Jost und vom Einrichtungsleiter des Awo-Seniorenzentrums, Thomas Hoffmann, vertreten wurde. Verstärkung hatte sich mit Willi Holzhauer und Tim Jeanrond auch aus Sontra angesagt.

Awo will Haltestelle am Ärztehaus Eschwege

Bei Speisen und Getränken entwickelten sich interessante Gespräche unter den Teilnehmern, die mit dem Istzustand hart ins Gericht gingen, auch, weil sie sich gesellschaftlich ausgeschlossen fühlen und die Anerkennung ihrer Sorgen und Nöte in Sachen Barrierefreiheit aus Gründen der fehlenden Mobilität missachtet sehen.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der nordhessenweiten Awo-Aktion zum europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Schwatlo: „Wir hoffen, dass unsere Bittgesuche Gehör finden und entsprechende Maßnahmen mit dem Inhalt unüberwindbare Hürden zu beseitigen, eingeleitet werden.“

Schwachstellen im Eschweger Busnetz

Die Koalition aus CDU, FWG und FDP hatte Ende 2020 einen ähnlichen Antrag ins Stadtparlament eingebracht. „Wir wünschen uns, das bei einer Neuausschreibung der Linien für Ärztehaus und Kita eine Haltestelle eingerichtet wird, sagt Bürgermeister Alexander Heppe. Abgesprochen werden muss das mit dem Nahverkehr Werra-Meißner, der auf die Neuausschreibung verweist. „Eine kurzfristige Änderung würde zu Verspätungen im Liniennetz führen, da ein entsprechender Puffer nicht vorhanden ist“, sagte Geschäftsführer Roland Lentz zuletzt gegenüber dem Magistrat der Stadt Eschwege.

Von Harald Triller

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