Gericht vermutet Eifersucht als Motiv

Baby mit Stofftier fast erstickt: 25-jähriger Mann muss in Haft

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Ein 25-jähriger Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis hat vor knapp zwei Jahren dem Baby seiner damaligen Lebensgefährtin ein Stoffspielzeug in den Mund gestopft.

Das Baby bekam keine Luft mehr und lief blau an. Fast wäre es gestorben. Das sah der Eschweger Amtsgerichtsdirektor Dr. Alexander Wachter nach der Beweisaufnahme als erwiesen an und verurteilte den Mann wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe.

„Das war nah am Tötungsdelikt. Es ist schon ein starkes Stück, einem zehn Monate alten, völlig wehrlosen Menschen so etwas anzutun“, sagte der Richter. Eine niedrige Strafe, die womöglich zur Bewährung ausgesetzt werden könnte, käme bei dem Gewicht dieser Tat nicht in Betracht. Gegen den Angeklagten sprach auch, dass er kein Geständnis ablegte.

Denn der Beschuldigte, der damals in der Wohnung der Mutter des Babys lebte, will nach seiner Aussage das Kind in dessen Bett schon mit dem Stofftier im Mund vorgefunden haben. Es sei blau angelaufen gewesen, sodass er eine Herzdruckmassage und Beatmungsmaßnahmen eingeleitet habe. Der 25-Jährige gab weiterhin an, dass seine damalige Freundin im Wohnzimmer schlief, sodass diese nicht als Täterin in Betracht komme. Wie das Spielzeug in den Mund des Kindes gelangen konnte, vermochte der Angeklagte nicht zu erklären.

Ein medizinischer Sachverständiger erläuterte, dass sich das Baby das Stofftier keinesfalls selbst in den Mund gesteckt haben kann. Darauf deuten auch zwei Wunden im Gaumen und eine unter der Zunge hin, die durch Druck entstanden seien. Laut ihm war die Atmung des Kindes unverhältnismäßig lang unterbrochen, weil das Stofftier so weit im Rachen steckte, dass auch die Luftzufuhr der Nase unterbrochen war.

Die Druckstellen erklärte der Angeklagte damit, dass er mit seinen Fingern gefühlt habe, ob etwas im Rachen stecke. Dagegen sprach nach Angaben des Gerichts, dass sich am Stofftier Blut von den Wunden befand.

Als Motiv vermutete Amtsgerichtsdirektor Dr. Alexander Wachter Eifersucht. Denn die Mutter des Babys sagte aus, dass sie ihrem damaligen Partner eröffnete, dass sie doch noch Gefühle für den Kindsvater habe und damit den Wunsch nach einer Trennung andeutete. Den Frust, glaubt Wachter, hat der 25-jährige Täter dann an dem Baby ausgelassen. Denn bis dato, das versicherte auch die Mutter, kümmerte er sich liebevoll um das Kind. Das Baby sei nicht der Auslöser gewesen

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