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Baubeginn für Eschweger Freibad könnte im Januar sein, Saisonstart im Spätsommer 2024

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Von: Tobias Stück

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So soll da Eschweger Naturfreibad einmal aussehen: Neben mehreren 50-Meter-Bahnen und einem Schwimmbereich wird ein Sandstrand mit Lagune angelegt, ebenso eine Breitwellenrutsche. Repro: Stadtwerke Eschwege
So soll da Eschweger Naturfreibad einmal aussehen: Neben mehreren 50-Meter-Bahnen und einem Schwimmbereich wird ein Sandstrand mit Lagune angelegt, ebenso eine Breitwellenrutsche. Repro: Stadtwerke Eschwege © Stadtwerke Eschwege/nh

Für den Bau des Naturfreibads mit einer Fläche von mehr als 1.000 Quadratmetern fehle noch ein schallschutztechnisches Gutachten.

Eschwege – Noch im Spätsommer 2024 könnte das Eschweger Freibad seinen Betrieb aufnehmen. Davon geht Markus Lecke, Geschäftsführer der Bauherrin Stadtwerke Eschwege GmbH bei einem reibungslosen Bauverlauf aus. Derzeit fehlt noch die abschließende Baugenehmigung des Werra-Meißner-Kreises.

Baubeginn

Derzeit fehlt nach Angaben des Werra-Meißner-Kreises noch ein „schallschutztechnischen Gutachten“. Das hatte das Regierungspräsidium Kassel vom Bauherrn verlangt, weil einem ersten Gutachten „die falsche technische Anleitung“ zugrunde gelegt wurde. Dieses Gutachten soll bis zum 2. Januar vorgelegt werden.

„Mit Vorlage des Gutachtens kann das Baugenehmigungsverfahren abgeschlossen werden“, sagt Landkreis-Sprecher Jörg Klinge. Nach Angaben von Lecke könnte noch im Januar mit dem Bau begonnen werden.

Planung

Die Stadtverordnetenversammlung hatte 2019 entschieden, auf dem Außengelände des Hallenbades Espada wieder ein Freibad zu errichten. 2012 wurde hier der marode Vorgängerbau abgerissen.

Geplant ist der Neubau jetzt als Naturfreibad. Das bedeutet, dass die Wasseraufbereitung biologisch erfolgt. Das Wasser wird in einem Kreislauf durch biologisch-physikalische Bodenfilter gereinigt, wobei keine Chemikalien wie Chlor erforderlich sind. „Ein echtes Alleinstellungsmerkmal“, wie Lecke befindet.

Das Becken des Eschweger Naturfreibades soll eine Fläche von mehr als 1.000 Quadratmetern haben, über mehrere 50-Meter-Bahnen verfügen. Ein Sandstrand mit Lagune wird angelegt, ebenso eine Breitwellenrutsche. Direkt nebenan befindet sich der Wasserspielplatz Espadino. Im Hallenbad stehen Sprungtürme und Rutschen zur Verfügung.

Kosten

Die gesamten Projektkosten werden sich laut aktueller Kostenberechnung auf 3,7 Millionen Euro belaufen. Ursprünglich war man von 3,5 Millionen Euro ausgegangen. Mehr als drei Millionen Euro der Kosten sind förderfähig.

Fördermittel

Das Genehmigungsverfahren hatte sich verzögert, weil die Zusage de Fördermittel durch das Land Hessen auf sich warten ließ. Für den Neubau des Eschweger Freibads gibt das Land exakt eine Million Euro dazu. Damit bekommt die Kreisstadt die höchstmögliche Förderung aus dem 50 Millionen Euro umfassenden Schwimmbad-Investitions- und Modernisierungsprogramm (Swim).

„Da das Konzept des geplanten Naturfreibades laut baufachlicher Stellungnahme des LBIH als herausragend eingestuft wird, hat das Ministerium die Förderquote von regulär maximal 30 Prozent in diesem Programm auf knapp 32 Prozent erhöht“, berichtet Stadtwerke-Geschäftsführer Lecke.

Vorteile

Hervorgehoben wurde vom Land Hessen, dass beispielsweise eine Rampe geplant ist, die Besuchern mit Mobilitätseinschränkungen einen direkten Zugang in das Becken ohne Treppen oder Leitern ermöglicht.

Ebenfalls positiv herausgestellt wurde die Vielseitigkeit des neuen Bades, das sowohl die Interessen der Breitensportler als auch die der Familien hervorragend miteinander kombiniere. Neben der Barrierefreiheit wurde bei den Planungen Wert darauf gelegt, kein identisches Angebot zu schaffen, wie es im näheren Umkreis bereits in anderen Freibädern vorhanden sei.

(Tobias Stück)

Wasser wird biologisch durch Schilf aufbereitet

Das Eschwege Naturfreibad kommt ohne Chlor aus. Herzstück der biologischen Wasseraufbereitung ist ein Bodenfilter, eine schilfbewachsene Fläche abseits des Badebetriebs. Hier wird das verbrauchte Beckenwasser aufbereitet. Entwickelt hat das System die Pauly-Group aus Neu-Eichenberg, die den Bau des Naturfreibads realisiert. Neben der mechanischen Filtration durch die Kies- und Sandschichten beruht das Reinigungsprinzip auf bekannten biologischen Konkurrenz- und Abbauprozessen durch die Schilfpflanzen.

Einen positiven Nebeneffekt hat der Bodenfilter auch noch: „Schon während der ersten Schönwettertage erreicht das Badewasser Temperaturen von über 20 Grad“, verspricht das Unternehmen. Verantwortlich hierfür seien vor allem die sonnenexponierten Flächen des Bodenfilters. Ebenfalls wird auf ein typisches Becken mit Edelstahl oder Fliesen verzichtet. Stattdessen werden Beckenwände und -sohle aus Stahlbeton hergestellt und mit einer Folie verkleidet, der künftige Lagunenbereich erhält einen Sandboden. (ts)

In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, dass der Betrieb noch in diesem Spätsommer erfolgen würde. Richtig ist, dass das Freibad wohl 2024 fertiggestellt wird.

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