Bessere Rahmenbedingungen gefordert

Bedarf an Pflegekräften im Landkreis wird in den kommenden 10 Jahren stark ansteigen

Soziales Engagement hat viele Facetten - die CSU im Kreistag will das nun mit einem eigenen Preis würdigen.  (Symbolbild).
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Symbolbild: Die Nachfrage nach Pflegekräften steigt in ganz Hessen schneller an, als das Angebot stemmen kann

Immer mehr Menschen werden älter und pflegebedürftiger gleichzeitig gehen Angestellte gehen in Rente. 54 Prozent mehr Pflegekräfte werden bis 2030 gebraucht.

Werra-Meißner– Die Nachfrage nach Pflegekräften steigt in ganz Hessen schneller an, als das Angebot stemmen kann. Laut dem aktuellsten hessischen Pflegemonitor (Stand 2018) ist der Anteil der pflegebedürftigen Bevölkerung auch im Werra-Meißner-Kreis überdurchschnittlich hoch, gleichzeitig sei aber die Pflegeinfrastruktur überdurchschnittlich gut ausgebaut.

Dennoch gelte es, den Pflegesektor weiter auszubauen. Nach Berechnungen des hessischen Pflegemonitors wird bis 2030 im Werra-Meißner-Kreis von einem 54 Prozent höheren Bedarf ausgegangen. 20 Prozent stellt der Erweiterungsbedarf dar, weil die Menschen immer älter und pflegebedürftiger werden. 34 Prozent ist der Ersatzbedarf, weil Angestellte in Rente gehen. „Das ist eine doppelte Belastung. Vor 20 Jahren war der Bedarf noch nicht so hoch“, weiß Jutta Schmid, Leiterin der Awo-Pflegeschule in Eschwege. Anhand ihrer Absolventenzahlen kann sie aber tendenziell steigendes Interesse an einem Pflegeberuf feststellen: Ließen sich 2010 noch 13 Menschen zum Altenpfleger und 21 zum Altenpflegehelfer ausbilden, sind es zehn Jahre später jeweils 25.

Über ein Viertel ist 51 und älter

In allen hessischen Regionen werden in den nächsten zehn Jahren deutlich mehr Pflegefachkräfte benötigt werden, als derzeit zur Verfügung stehen. Bis 2030 steigt der Bedarf in Hessen um 70 Prozent, wie aus dem hessischen Pflegemonitor hervorgeht. Demnach sind mehr als ein Viertel aller Pflegefachkräfte im Werra-Meißner-Kreis 51 Jahre alt und älter. Sie werden in den kommenden Jahren in Rente gehen. Unter 50 Jahren sind 24 Prozent, unter 41 Jahren sind 44 Prozent. jes

Tendenziell weniger Bewerber verzeichnet dagegen das Klinikum Werra-Meißner, wo der praktische Ausbildungsteil des Instituts für Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung stattfindet. Der Vorteil für das Klinikum sei aber, dass viele Absolventen in der Heimat bleiben und im Klinikum weiterarbeiten wollen. Jährlich werden Absolventen im zweistelligen Bereich übernommen, dadurch könnten die durch den Renteneintritt ausscheidenden Kräfte kompensiert werden. Der grundsätzliche Bedarf nach Pflegekräften steige aber dennoch durch immer älter und kränker werdende Patienten an.

Damit sich mehr Menschen für einen Pflegeberuf interessieren, gilt es insbesondere vonseiten der Politik, die Rahmenbedingungen zu verbessern, fordert Schmid. Insbesondere sollte man den Personalschlüssel verbessern. „Ich sehe hier auch deutlichen Handlungsbedarf, was das Image angeht.“ Denn das sei zu Unrecht durch Vorurteile belastet.
(Von Jessica Sippel)

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