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Hilfsorganisationen erlebten im Jahr 2022 einen Ansturm

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Von: Tobias Stück

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Die Hand eines Mannes mit etwas Kleingeld, eine leere Geldbörse
symbolbild © Julia Janzen

Die Bedürftigkeit ist so groß wie noch nie: Hilfsorganisationen im Werra-Meißner-Kreis erlebten im Jahr 2022 einen Ansturm.

Werra-Meißner – Die Hilfsorganisationen im Werra-Meißner-Kreis mussten noch nie so viel Unterstützung leisten wie im vergangenen Jahr. Das berichten die Tafeln in Eschwege und Witzenhausen sowie die Bürgerhilfe Sontraer Land und die Arche in Hessisch Lichtenau unabhängig voneinander. Gleichzeitig hätten die Einrichtungen aber auch viel Unterstützung bekommen – sowohl von öffentlicher Seite als auch von den ehrenamtlichen Helfern.

Die Gründe für das enorme Bedürfnis an Hilfeleistungen liegen auf der Hand. Der Überfall Russlands auf die Ukraine und die daraus resultierenden Folgen haben auch im Werra-Meißner-Kreis Spuren hinterlassen. Im Frühjahr erreichten Hunderte ukrainische Flüchtlinge den Werra-Meißner-Kreis, die sich teilweise nicht alleine versorgen konnten. Gleichzeitig sorgte eine steigende Inflation, verbunden mit anziehenden Energiepreisen, für weitere Hilfebedürftige.

Bei der Eschweger Tafel sind beispielsweise 35 Haushalte binnen Jahresfrist dazugekommen. Zwischenzeitlich mussten eine Warteliste und ein befristeter Aufnahmestopp erlassen werden, berichtet der Vorsitzende der Eschweger Tafel, Hans Liese, auf Anfrage unserer Zeitung. Die meisten der Neuen kommen aus der Ukraine.

Aber auch Menschen, die Sozialleistungen oder kleine Renten beziehen, würden mittlerweile verstärkt kommen.

Alle Institutionen berichten von schwankenden Lebensmittelspenden. „Obwohl wir immer mehr Anfragen bekommen, können wir nicht viel mehr Menschen unterstützen, weil die Lebensmittel nicht mehr reichen“, sagt Rafaela Pax von der Arche in Hessisch Lichtenau. Auch die Arche führt eine Warteliste und gibt Essen nach Dringlichkeit aus.

Die Bürgerhilfe in Sontra musste – wie alle – Lebensmittel dazukaufen. Seit Mitte des Jahres wird die Bürgerhilfe deshalb von der Stadt Sontra finanziell unterstützt, berichtet Gaby Eckhardt. Worauf sich die Einrichtungen im vergangenen Jahr verlassen konnten, waren die Spenden von Unternehmen und Privatpersonen. „Damit konnten wir die Defizite im Warenbestand teilweise auffangen“, heißt es beispielsweise vonseiten der Eschweger Tafel.

Die Probleme, die die Notleidenden betreffen, könnten bald auch auf die Hilfsorganisationen zukommen. Die Organisationen im Kreis wünschen sich deshalb mehr staatliche Unterstützung bei den steigenden Energiepreisen. (Tobias Stück)

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