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Vortrag des Geschichtsvereins Eschwege über Komponisten Christoph Bach

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Brachte Kompositionen von Christoph Bach zu Gehör: Elena Kerst am Flügel der Musikschule Werra-Meißner.
Brachte Kompositionen von Christoph Bach zu Gehör: Elena Kerst am Flügel der Musikschule Werra-Meißner. © Eden-Sophie Rimbach

Der Geschichtsverein Eschwege hielt einen Vortrag über den Niederhöner Komponisten Chrisoph Bach, der im Werra-Meißner-Kreis kaum bekannt ist.

Eschwege – Was Elena Kerst am Flügel vortrug, war vielen der Zuhörer nicht geläufig. „Soeben haben Sie Bach’sche Musik gehört“, erklärte Hartmut Morgeneyer nach dem ersten Stück „The Willer March“. Nicht von Johann Sebastian Bach, sondern von Christoph Bach. Dessen Kompositionen sind den meisten Menschen hier nicht bekannt, obwohl er aus Niederhone stammt. In Milwaukee hingegen war er ein angesehener Musiker.

Die Idee dazu, sich mit Christoph Bach zu beschäftigen, war Morgeneyer dadurch gekommen, dass er auf den Komponisten und dessen Wurzeln in Niederhone aufmerksam gemacht worden war und er selbst in diesem Ort lebt. Bereits Ende 2018 hatte er mit seiner Recherche zum eigentlich für 2020 geplanten Vortrag begonnen, mindestens ein Jahr lang immer wieder daran gearbeitet. Der letzte der Vorträge aus der Reihe des Geschichtsvereins Eschwege, der Historischen Gesellschaft des Werralandes und der Volkshochschule Werra-Meißner fand nach anderthalb Jahren aufgrund der Pandemie jetzt erst statt.

Bekannt nur in Milwaukee: Niederhöner Komponist

Ausgehend von einem Taufeintrag des Komponisten in den Kirchenbüchern von Niederhone, aus dem hervorgeht, dass Christoph Bach am 24. März 1835 im Haus 109 als Kind des Weißbinders George Bach und dessen Ehefrau Catherine Wollenhaupt in Niederhone geboren wurde, forschte er zu den weiteren Vorfahren. Anhand zahlreicher Dokumente konnte er den Stammbaum Bachs bis hin zum in 1675 verstorbenen Jörge Bach aus Röhrda zurückverfolgen und zeigen, dass entgegen der später in der Nachricht über den Tod einer Tochter Bachs gedruckten Behauptung, Bach sei ein Nachfahre Johann Sebastian Bachs, keine Verbindung zu diesem besteht.

Wie Bach zunächst den väterlichen Beruf erlernte, als 16-Jähriger bei dem privaten Musikschullehrer Philipp Muscat in Eschwege lebte und Violinunterricht erhielt und später in Kassel gefördert wurde, zeigte Morgeneyer in seinem Vortrag: Bachs Name ist im Spohr’schen Schülerverzeichnis in Kassel von 1854 zu lesen, er wurde folglich von Louis Spohr unterrichtet.

Christoph Bach: Komponist aus Niederhone

Vermutlich war Kassel auch die Stadt, in der Bach als Straßenmusikant und Leiter einer Tanzkapelle auftrat und bereits komponierte. Nachdem Morgeneyer auf die Recherche zum Standort des Geburtshauses einging, zeichnete er die Umstände der Situation rund um die Emigration der Familie 1855 in die USA nach.

Auftritte mit seinem Orchester im Schlitz-Park, die Tätigkeit im Stadt- und im Pabst-Theater und die Komposition von 100 Märschen, über 100 Potpourries und Fantasien, 25 Konzertwalzern, 20 Overtüren, 20 Liedern und drei komischen Opern sorgten dafür, dass der Komponist, der auch das Klavier und die Bratsche beherrschte, ein angesehener Musiker in Milwaukee war.

Hatte die Biografie von Christoph Bach aus Niederhone herausgearbeitet: Hartmut Morgeneyer.
Hatte die Biografie von Christoph Bach aus Niederhone herausgearbeitet: Hartmut Morgeneyer. © Eden-Sophie Rimbach

Die zahlreichen Informationen und auch mehrere Dokumente teilte Morgeneyer mit den Besuchern des Vortrags, wobei Dr. Karl Kollmann, Vorsitzender des Geschichtsvereins, am Ende des Vortrags für die ausführliche Recherche dankte und sagte, dass er sich über einen Aufsatz in den nächsten Eschweger Geschichtsblättern freuen würde. Ab Oktober wird die Vortragsreihe wieder starten. Interessierte erwartet dann unter anderem ein Vortrag über das zirka 2600 Jahre alte Bronze-Schwert von Eschwege, das verschollen ist.

Von Eden-Sophie Rimbach

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