Tablets werden zum Beispiel eingesetzt, um mit Apps Vokabeln zu lernen

Brüder-Grimm-Schule Eschwege: So lernt die Tabletklasse Englisch

Vom Tablet wird das Bild direkt auf den Monitor (hinten) übertragen: (von links) Emily, Melanie, Jan-Luca, Maximilian, Torben und Marcel aus der fünften Klasse präsentieren im Englischunterricht mit Tablets ihre Heimatstadt. Fotos: Lischper

Eschwege. Lernen mit neuen Medien? Das geht, sagt Lehrer Johannes Csenar, der in den Fächern Englisch und Politik unterrichtet.

An der Brüder-Grimm-Schule Eschwege baut Csenar seit dem laufenden Schuljahr Tablets in den Unterricht ein. Der 30-Jährige ist Lehrer einer Tabletklasse der fünften Jahrgangsstufe an der Gesamtschule.

Johannes Csenar

Es ist 9.35 Uhr, der Englischunterricht beginnt. „Boys and girls, please restart yourtablets“, weist Csenar an. Die Schüler starten ihre Geräte neu. Sie liegen neben Schulbüchern und Unterlagen auf dem Tisch. Weiter geht es mit dem Thema Wegbeschreibung. Nach einem spielerischen Einstieg mit Dialogen auf Englisch, wirft Csenar mit einem Overheadprojektor eine Karte von „Mousetown“ an die Wand. Melanie soll mit ihrem Gerät den Dialog abspielen, den sie in der vergangenen Stunde mit einem Programm aufgenommen hat. Wer nicht dran ist, fasst das Tablet nicht an, mahnt Csenar.

Wie er seinen Unterricht mithilfe neuer Medien gestaltet, hat er sich unter anderem in Fortbildungen angeeignet. Tablets setzt er dort ein, wo es sinnvoll ist, zum Beispiel, wenn Apps das Vokabellernen unterstützen können.

Melanie verbindet ihr Gerät per Knopfdruck mit dem Monitor, der neben der Tafel an der Wand hängt. Ab jetzt sieht die ganze Klasse auf dem Monitor, welche Schritte sie auf dem Tablet geht. Es dauert etwas, bis sie die Datei von letzter Stunde findet. Maximilian in der ersten Reihe hilft ihr dabei: „Schau mal oben links.“ Melanie startet den Dialog.

Klassisches Vokabelheft 

„Die Aufnahmen helfen dabei, das eigene Sprachgefühl zu überprüfen“, sagt Johannes Csenar. In seinem Unterricht setzt er sie neben der App „Phase 6“, einer Anwendung zum Vokabeltraining, flexibel ein. Trotzdem hat jeder Schüler zusätzlich ein klassisches Vokabelheft. Ob der Wortschatz mit der App oder per Karteikarte überprüft wird, entscheidet jeder selbst.

„Hello ladies and gentlemen“ - Jetzt ist Maximilian dran. Er stellt der Klasse auf Englisch seine Heimatstadt Eschwege vor. Dazu hat er mit einem Programm seines Tablets Bilder und Text kombiniert, die er nun vor der Klasse vorstellt. Csenar gibt ihm den Tipp, während der Präsentation Bilder mit dem Finger größer zu machen, damit sie auch in der letzten Reihe gut gesehen werden. Johannes Csenar empfindet es als großen Vorteil, dass sein Englisch-Kurs zugleich seine eigene Klasse ist. So könne er besser verfolgen, ob die Schüler ihr Tablet als Arbeitsgerät verwenden.

„Es wird noch dauern, bis die Schüler verstehen, dass man in manchen Situationen keine Bilder macht.“ Und auch bis der Tablet-Einsatz im Unterricht Routine geworden ist, brauche es noch etwas Zeit.

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